Von der Margeride auf das Aubrac-Plateau
DIDIER HEUMANN, ANDREAS PAPASAVVAS

Wir haben die Route in mehrere Abschnitte unterteilt, um die Übersichtlichkeit zu erleichtern. Für jeden Streckenabschnitt zeigen die Karten die Route, die Steigungen entlang des Weges und den Zustand des GR65. Die Routen wurden auf der Plattform „Wikiloc“ erstellt. Heutzutage ist es nicht mehr notwendig, detaillierte Karten in der Tasche oder im Rucksack mitzuführen. Mit einem Mobiltelefon oder Tablet können Sie die Route ganz einfach live verfolgen.
Für diese Strecke finden Sie hier den Link:
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Nicht alle Pilger sind unbedingt mit der Nutzung von GPS oder der Navigation über das Smartphone vertraut, zumal es noch viele Gegenden ohne Internetverbindung gibt. Deshalb ist zur Erleichterung Ihrer Reise ein Buch über die Via Gebennensis durch die Haute-Loire auf Amazon erhältlich. Dieses Werk ist weit mehr als nur ein praktischer Reiseführer: Es begleitet Sie Schritt für Schritt, Kilometer für Kilometer, und bietet Ihnen alle nötigen Informationen für eine entspannte Planung ohne böse Überraschungen. Doch über die nützlichen Ratschläge hinaus entführt es Sie auch in die zauberhafte Atmosphäre des Weges – es fängt die Schönheit der Landschaften ein, die Erhabenheit der Bäume und das Wesen dieses spirituellen Abenteuers. Nur die Bilder fehlen – alles andere ist da, um Sie mitzunehmen auf diese Reise. Ergänzend dazu haben wir auch ein zweites Buch veröffentlicht, das mit etwas weniger Detailtiefe, aber mit allen wesentlichen Informationen den gesamten Weg vom Le Puy-en-Velay bis nach St Jean-Pied-de-Port beschreibt. Sie haben die Wahl, welcher Strecke Sie folgen möchten. |
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Wenn Sie nur die Unterkünfte der Etappe einsehen möchten, scrollen Sie direkt zum Ende der Seite.
Zwischen der Margeride und dem Plateau des Aubrac vollzieht sich die Landschaft in einer langsamen, beinahe unmerklichen Verwandlung, als würde die Erde selbst zögern und sich nur schwer zwischen zwei Gesichtern entscheiden. Die Margeride trägt noch immer die Spuren einer uralten Welt aus Granit und Erinnerung, deren sanft gerundete Höhen vom Gewicht der Jahrhunderte geformt wurden und deren tiefe Wälder die Geheimnisse vergangener Zeiten zu bewahren scheinen. Dunkle Kiefern und hoch aufragende Buchen bilden endlose Hochwälder, die nur hier und da vom silbernen Band kleiner Bäche oder von glatt geschliffenen Felsblöcken unterbrochen werden. Die Atmosphäre wirkt gedämpft, beinahe vertraulich, manchmal wild und ursprünglich, stets jedoch von einer lebendigen Stille erfüllt. Die kleinen, zurückhaltenden Dörfer scheinen in den grauen Granitlandschaften und den kargen Heiden beinahe zu verschwinden, als wollten sie das Gleichgewicht dieses Landstrichs nicht stören. Es ist auch das Land alter Erzählungen, über dem noch immer der Schatten des Ungeheuers vom Gévaudan schwebt, mitten im Herzen der Lozère. Von St Alban-sur-Limagnole aus folgt die Strecke weiterhin dieser herben, waldreichen Landschaft bis in die Nähe von Les Estrets. Dann verändert sich die Umgebung fast unmerklich. Die Wälder lichten sich, das Licht dringt immer tiefer vor und erobert nach und nach den Raum. Das Relief verliert nichts von seiner Würde, wird jedoch sanfter und weiter. Allmählich verlassen Sie den schützenden Hochwald und betreten eine offenere Landschaft, in der sich Weiden und lichte Waldstücke den Raum teilen. Hier kündigt sich bereits das Plateau des Aubrac an. Der Übergang zwischen diesen beiden Welten erfolgt nicht abrupt, sondern gleitet beinahe lautlos ineinander über. Die schattige Dichte der Margeride weicht Schritt für Schritt der klaren Schlichtheit des Aubrac-Plateaus. Aus einer Landschaft, die umschließt und festhält, wird eine Landschaft, die den Blick freigibt und Weite schenkt. Die geschlossene Welt öffnet sich zu einem ruhigen und zugleich majestätischen Atemraum, in dem nun der Himmel mit der Erde um die größte Weite zu wetteifern scheint.
Schwierigkeitsgrad der Strecke: Die Strecke weist insgesamt nur geringe Höhenunterschiede auf, (+347 Meter / -266 Meter), zudem ist die Etappe recht kurz, da wir bereits in St Alban-sur-Limagnole Halt gemacht haben. Dennoch verdienen zwei Anstiege besondere Aufmerksamkeit. Der erste folgt unmittelbar nach St Alban-sur-Limagnole, als die Strecke einen Umweg über Grazières-Mages nimmt. Kurz darauf folgt der zweite, wenn der GR65 wieder auf das Hochplateau bei Chabannes ansteigt. Nach einem steilen Abstieg nach Les Estrets und einem ebenso kräftigen Anstieg nach Bigose führt die Strecke anschließend in sanfter Steigung weiter bis nach Aumont-Aubrac, am Rand des Aubrac-Plateaus
Zustand des GR65: Heute gehört diese Etappe zu den besonders geschätzten Abschnitten des Jakobswegs. Sie verläuft nur auf sehr wenigen asphaltierten Straßen, was auf diesem Weg durchaus eine Seltenheit ist:
- Asphalt : 3.7 km
- Wanderwege : 11.7 km
Manchmal, aus logistischen Gründen oder wegen der Unterkunftsmöglichkeiten, kombinieren diese Etappen Strecken, die an verschiedenen Tagen zurückgelegt wurden, da wir diese Routen mehrmals durchlaufen haben. Daher können Himmel, Regen oder Jahreszeiten variieren. In der Regel ist dies jedoch nicht der Fall, und tatsächlich ändert es nichts an der Beschreibung der Strecke.
Es ist sehr schwierig, die Steigungen der Routen mit Sicherheit anzugeben, unabhängig davon, welches System Sie verwenden.
Für die tatsächlichen Höhenunterschiede lesen Sie bitte die Hinweise zur Kilometerangabe auf der Startseite noch einmal durch.

Abschnitt 1: Eine kurze Ebene, dann ein paar Hügel zum Vergnügen

Überblick über die Schwierigkeiten der Strecke: Eine Strecke mit ständigem Auf und Ab.

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Der GR65 verlässt den unteren Teil des Dorfes auf der Höhe des Rathauses und führt sanft durch die stillen Straßen, die noch ganz von der Ruhe des frühen Morgens erfüllt sind, bevor er die Departement Straße D987 erreicht. |
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Wie so oft verlässt die Strecke die Ortschaft ohne Umschweife und folgt zunächst einem asphaltierten Straßenband, das an einigen kleinen Handwerksbetrieben vorbeiführt. Sie bilden eine unaufdringliche Erinnerung an die moderne Welt, die der Pilger nun allmählich hinter sich lässt. |
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Wenig später führt die Straße zu einem kleinen Park, der wie eine grüne Insel mitten zwischen mächtigen Fichten liegt. Die Luft wird hier merklich kühler und erfüllt sich mit dem Duft von Harz. . |
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Dann spielt der GR65, ganz seiner gewohnten Eigenart entsprechend, wieder einen seiner kleinen Streiche. Auf einen kräftigen, beinahe steilen Anstieg folgt unmittelbar ein ebenso rascher Abstieg, nur um wenig später wieder auf die Straße zu treffen. Die Wegbereiter des Jakobswegs scheinen den großen Verkehrsachsen instinktiv zu misstrauen. Das ist durchaus verständlich, doch hier wird dieser Umweg mit einer spürbaren Anstrengung bezahlt. Bald biegt die Strecke auf eine schmale asphaltierte Straße ab, die zunächst sanft zwischen Waldstücken und offenen Wiesen ansteigt. |
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Auf halber Höhe endet der Asphalt und macht nackter Erde Platz. Der Weg kennt nun keine Zugeständnisse mehr. Er richtet sich steiler auf und verlangt einen kräftigen Anstieg bis hinauf auf den Kamm. Zwischen den geöffneten Vorhängen des Grüns schweift der Blick bereits über das weite Hochplateau von St Alban-sur-Limagnole. |
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Plötzlich verschwindet jeder Baum. Nichts bleibt als heller, staubiger Boden, fast schon von mineralischer Reinheit, bis sich am Horizont die Silhouette eines Kreuzes gegen den Himmel abzeichnet. |
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Oben auf dem Höhenrücken öffnet sich das Panorama mit beinahe theatralischer Großzügigkeit über das Tal. Ist dies die Belohnung für all die Umwege, die der Weg so gern einschlägt? Offiziell dienen sie dazu, die Departement Straßen zu meiden. In Wahrheit scheinen diese Höhenzüge jedoch einer tieferen Logik zu folgen. Gerade an diesen exponierten Orten stehen oft die schönsten Kreuze. Der Pilger steigt dem Himmel entgegen, verweilt einen Augenblick in stiller Einkehr auf dem Gipfel und überlässt sich anschließend dem Abstieg, beinahe wie einer Form der Läuterung.
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Vom Kreuz aus fällt der Weg entschlossen über festen Erdboden nach Grazières-Mages hinab. Dieser Abschnitt besitzt eine Schönheit, die beinahe erhaben wirkt. Gegenüber erhebt sich bereits der Waldrand, den es bald zu erklimmen gilt, denn auf diesen Wegen trägt jeder Abstieg bereits das Versprechen des nächsten Anstiegs in sich. |
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Grazières-Mages besteht nur aus einer kleinen Gruppe robuster Häuser aus Bruchstein mit schweren Dächern aus Steinplatten. Noch heute ist hier das einfache und beharrliche Leben der Landwirtschaft deutlich spürbar. |
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Am Ortsausgang senkt sich der Weg zur Ebene hinab und überquert die Limagnole, einen bescheidenen Wasserlauf, der eher einem breiten Bach als einem wirklichen Fluss gleicht. |
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Hier erreicht die Strecke, wie bereits zu erwarten war, erneut die Departement Straße. Die kleine Zwischenepisode endet, und der Weg scheint für einen kurzen Augenblick Atem zu holen. |
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Doch schon kündigt sich die nächste Anstrengung an. Ein Blick auf den schmalen Pfad, der sich in engen Windungen den gegenüberliegenden Hang hinaufschlängelt, genügt, um zu erkennen, dass die Fortsetzung alles andere als leicht werden wird. |
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Kaum ist die Departement Straße überquert, übernimmt der Weg wieder das Kommando, und diesmal kennt er kein Erbarmen. Direkt in den Granit gehauen steigt er in engen Serpentinen steil an und windet sich zwischen den knorrigen Wurzeln der Kiefern hindurch. Tiefe, ausgewaschene Rinnen zeugen von der Gewalt des Wassers. Es fällt nicht schwer, sich vorzustellen, wie dieser Abschnitt bei starkem Regen aussieht. Dann verwandelt sich der Pfad, wie so oft auf den Hängen des Jakobswegs, von einem Durchgang in einen Bach. Mit vorsichtigen Schritten sucht man sich seinen Weg von Stein zu Stein, wie über kleine Inseln, um Schuhe und Strümpfe möglichst trocken zu halten. |
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Kaum hat der Aufstieg begonnen, tauchen Sie in den kühlen Schatten der dicht stehenden Kiefern ein, unter denen sich Gestrüpp und junge Triebe ausbreiten. Die Steigung kennt keine Gnade und erreicht stellenweise beinahe zwanzig Prozent. Sie gibt sofort ihren Rhythmus und ihre Anforderungen vor. Diese Landschaft besitzt eine raue, zugleich helle Schönheit. Sie versucht weder zu gefallen noch sich zu verbergen. Der steinige und unregelmäßige Pfad steigt unbeirrbar an, geformt von den Schritten der Menschen ebenso wie von der geduldigen Arbeit des Wassers. Der helle, staubige Boden vermischt sich mit losem Geröll, das unter den Füßen nachgibt und unablässig an die rohe Gegenwart des Granits erinnert. Nichts wirkt gefällig, alles widersetzt sich, als wolle dieser Ort jeden prüfen, der ihn durchquert. |
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Zu beiden Seiten wird die Vegetation dichter und bleibt niedrig und zäh. Junge Kiefern wachsen scheinbar ungeordnet zwischen trockenem Gras und dichtem Buschwerk. An manchen Stellen tritt nackter Fels hervor, aufgerissen und freigelegt, als hätte der Hang sein steinernes Gerüst offenbart. |
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Immer wieder versperren kräftige Wurzeln den Weg. Sie winden sich wie Lianen über den Boden, erschweren das Vorankommen und zwingen dazu, die Füße höher zu setzen. An anderer Stelle verwandelt sich der Pfad in einen tief eingeschnittenen Korridor aus hellem Staub, beinahe wie ein kleiner Canyon, der direkt aus dem brüchigen Muttergestein herausgearbeitet wurde. Jeder Schritt wirbelt ein wenig von dieser uralten Erde auf. |
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Erholsame Augenblicke bleiben auf diesem beinahe epischen Aufstieg selten, als wolle der Weg sich hartnäckig weigern, auch nur die kleinste Erleichterung zu gewähren. |
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Und tatsächlich dauert jede Atempause nur kurz. Schon bald richtet sich die Steigung erneut auf und erreicht wieder fast fünfzehn Prozent. Der Untergrund wechselt ständig zwischen nacktem, hartem Felsen und langen Rutschen aus festgestampfter Erde, auf denen der Fuß zwischen Kiefern, Eichen und Buchen sicheren Halt sucht. |
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Entlang der Strecke öffnen sich gelegentlich scheinbare Weiden, lichte Waldflächen, in denen Baumstümpfe und Wurzeln aus dem Boden hervortreten und sich wie die Überreste eines uralten Waldes miteinander verweben. Die kleinen Gehölze erfüllen die Luft mit einem sanften Duft von Harz. Der Wald erhält hier beinahe etwas Märchenhaftes. Mit jedem Schritt des Aufstiegs gibt er nach und nach mehr von sich preis, als wolle er seine Geheimnisse nur dem ausdauernden Wanderer offenbaren. Das Licht fällt gefiltert durch das Blätterdach und spielt mit den Schatten, wodurch ein schützendes Gewölbe aus Laub entsteht. In dieser lebendigen Stille fällt es leicht, der Fantasie freien Lauf zu lassen. Hinter den Baumstämmen und zwischen dem Wirrwarr der knorrigen Wurzeln, die den Weg durchziehen, glaubt man manchmal flüchtige unsichtbare Wesen zu erahnen, als könnten jeden Augenblick Elfen aus dieser Welt zwischen Wirklichkeit und Legende hervortreten. |
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Noch eine letzte Anstrengung, ein letztes Aufbäumen zwischen tückischen Wurzeln und losem Geröll, und schon spürt man, dass der Atem bald wieder zur Ruhe kommen darf. |
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Dann wird der Weg fast unvermittelt sanfter, als wolle er endlich eine kurze Atempause gewähren. Die Natur jedoch verliert nichts von ihrer Kraft. Sie bleibt ursprünglich, ungezähmt und von einer beinahe wilden Intensität. Hier erstreckt sich eine Landschaft, die von der Hand des Menschen weitgehend unberührt geblieben ist und sich ihre Freiheit bis heute bewahrt hat. |
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Abschnitt 2: Auf dem Hochplateau von Chabannes
Überblick über die Schwierigkeiten der Strecke: Eine leichte Strecke bis zum anspruchsvollen Abstieg nach Les Estrets.
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Oben auf dem Hügel, auf dem endlich erreichten weiten Hochplateau, öffnet sich der Weg zu lichtdurchfluteten Lichtungen, auf denen Ginster, Kiefern und einige wenige Eschen und Buchen wachsen. Diese sind inzwischen seltener geworden und scheinen am Waldrand zurückzubleiben, als könnten sie ihren Schatten über diese Landschaft nicht länger ausbreiten. |
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Auch wenn die Bauern die Wälder hier wieder weitgehend der Natur überlassen haben, gewinnen sie dieser kargen Landschaft noch immer ihren Lebensunterhalt ab. Auf den wenig ertragreichen Böden gedeihen nur einige besonders widerstandsfähige Getreidearten, Roggen, Triticale und Hafer, bescheidene, aber zähe Kulturen, ganz wie das Land selbst. |
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Gerade unter diesen Bedingungen weiß man das frische Wasser an der Raststelle am Eingang von Chabannes-Planes besonders zu schätzen. Was anderswo selbstverständlich erscheinen mag, wird hier zu einem kostbaren Geschenk. |
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Der Weiler wirkt wie eine Insel der Ruhe, beinahe außerhalb der Zeit, wo die Steinhäuser seit jeher Teil der Landschaft zu sein scheinen. Granit ist überall gegenwärtig, in den mächtigen Mauern, in den zum Teil verlassenen Gebäuden, aber auch in den Zeugnissen einer arbeitsreichen Vergangenheit, etwa in der alten Vorrichtung zum Beschlagen der Ochsen, die heute schweigend von vergangenen Zeiten erzählt. |
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Selbst der alte Brunnen, dessen Wasser längst versiegt ist, scheint in einer steinernen Ewigkeit erstarrt zu sein. Und dennoch bleibt das Leben unter dieser scheinbaren Unbeweglichkeit erhalten. Einige Viehherden beleben die umliegenden Wiesen und erinnern daran, dass diese Welt, die verlassen erscheinen könnte, noch immer leise weiteratmet. |
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Immer wieder stehen am Wegesrand jene schlichten und zugleich berührenden Steinkreuze, um die Pilger kleine Steine niederlegen. So entstehen im Lauf der Zeit zarte Steinhügel, stille Spuren ihrer Wanderung. |
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Hinter dem Weiler zieht sich der GR65 gemächlich durch die Wiesen, als nähme er sich noch einmal Zeit zum Durchatmen, bevor er seinen Weg fortsetzt. |
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Etwas höher, bei einem weiteren Granitkreuz, das wie ein unverrückbarer Orientierungspunkt aufragt, verlässt der GR65 den Asphalt und kehrt auf den weichen, vertrauten Erdweg zurück. |
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Der Weg verliert sich nun auf dem Hochplateau und schlängelt sich zwischen Kiefern, Buchen, Kastanien und Eschen hindurch. Stellenweise öffnen sich die Wälder und machen einigen bewirtschafteten Flächen Platz. Doch sobald der Blick in die Ferne schweift, erkennt man, dass die Hügel am Horizont größtenteils unberührt geblieben sind und von Gehölzen und dichtem Buschwerk gekrönt werden. |
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Im Wald von Chabannes könnte man glauben, ein Pilger habe diese kleine Hütte errichtet, um dort die Nacht zu verbringen. Doch dieser Eindruck täuscht. Es handelt sich lediglich um einen stillen Beobachtungsstand der Ringeltaubenjäger. |
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Der GR65 führt nun über das Hochplateau und dringt in einen Wald aus geraden, dicht stehenden Kiefern ein, die wie eine Armee von Streichhölzern wirken. Entlang breiter Erdwege errichten sie eine grüne Mauer um diese einsamen Orte. Der Wald erscheint als zusammenhängende, beinahe geschlossene Masse dunkler Bäume, eindrucksvoll, aber niemals bedrohlich. |
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Schließlich verlässt der Weg den Wald wieder, doch Kiefern und Eschen bleiben seine Begleiter. Ihre weit ausladenden Kronen spannen sich wie große Sonnenschirme über den Weg und erfüllen die Landschaft mit einer tiefen Ruhe, Gelassenheit und Harmonie. |
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Der Weg verweilt nun auf dem Hochplateau und führt gemächlich unter den Bäumen dahin, begleitet von weidendem Vieh. Die Natur strahlt hier ein beinahe sonnendurchflutetes Licht aus, sanft, warm und einhüllend. |
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Der Weg verweilt nun auf dem Hochplateau und führt gemächlich unter den Bäumen dahin, begleitet von weidendem Vieh. Die Natur strahlt hier ein beinahe sonnendurchflutetes Licht aus, sanft, warm und einhüllend. |
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Am Ende des Hochplateaus nähert sich der breite Weg langsam dem Waldrand, als würde ihn der kühle Schatten der Bäume magisch anziehen. |
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Hier verändert sich die Landschaft erneut. Der Waldweg windet sich sanft durch einen hohen und majestätischen Kiefernwald. Der helle, sandige Boden ist von flachen Fahrspuren durchzogen und mit freiliegenden Wurzeln übersät, als hätten Generationen von Wanderern diese Erde geduldig geformt. Zu beiden Seiten wachsen die Kiefern hoch und kerzengerade empor. Ihre schlanken Stämme steigen wie regelmäßige Säulen zu einem lichten Kronendach auf, das das Sonnenlicht sanft hindurchscheinen lässt. |
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Bald wird das Gefälle jedoch deutlicher. Der Weg senkt sich in eine helle Rinne, die Wasser und Zeit in den blassen Boden gegraben haben, wie eine sanfte Narbe in der Landschaft. Langsam führt er zwischen zwei bröckelnden Böschungen hinab, aus denen Wurzeln hervortreten und gerundete Steine von der langsamen Erosion erzählen. Zu beiden Seiten begleiten die schlanken Kiefern den Hang, ihre leicht geneigten Stämme scheinen sich der Neigung des Geländes anzupassen. |
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Dann wird der Abstieg ernst. Der Blick fällt auf einen tief ausgewaschenen und steinigen Weg, der in breiten staubigen Rinnen den Hang hinunterführt. Zeit, Regen und Erosion haben ihn tief eingeschnitten, und immer wieder tritt der nackte Granit hervor. Hier werden Knie und Knöchel stark beansprucht. Bei Regen verwandelt sich dieser Abschnitt in ein wahres Paradies für Ausrutscher, ein Vergnügen, auf das man gerne verzichten würde. Das Gefälle erreicht hier 30%. |
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Am Ende dieses anspruchsvollen Abstiegs erreicht der Weg Les Estrets, wo sich die Landschaft plötzlich verändert, als überschritte man eine unsichtbare Grenze. |
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| Les Estrets mit seinen schönen Häusern aus grauem Granit und den glänzenden Dächern aus Steinplatten verdankt seine Entstehung einer Furt über die Truyère. Die Kirche ist zwischen den dicht stehenden Häusern beinahe verborgen, sodass es nicht leicht ist, sich ihr zu nähern. | |
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Der GR65 verlässt Les Estrets auf einer asphaltierten Straße, erreicht eine Kreuzung und wendet sich anschließend dem Weiler Pont des Estrets zu, wo die Truyère überquert werden kann. |
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Hier befand sich einst eine Komturei des Johanniterordens, in der ein Wegezoll für die Überquerung des Flusses erhoben wurde. Nur einen Steinwurf vom Dorf entfernt, am Ort La Truyère, fließt das Gewässer unscheinbar dahin. Auf den ersten Blick wirkt es kaum beeindruckend, eher wie ein bescheidener, beinahe schüchterner Wasserlauf. Und doch erhebt es zuweilen seine Stimme und rauscht grollend zwischen den Steinen. In der Margeride entsprungen, wächst dieser geduldige Bach nach und nach an, nimmt die Wasser der umliegenden Flüsse auf und mündet schließlich bei Entraygues-sur-Truyère in den Lot, seinen großen Herrn. |
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An der Ecke einiger Steinhäuser des Weilers beginnt der GR65, seiner Vorliebe für die Höhe treu, erneut einen kräftigen Anstieg. Über einen rauen Weg führt er steil hinauf nach Bigose. |
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Der Weg erinnert nun an eine echte „Draille“, jene alten Viehtriebswege des Aubrac, die schlammig, steinig und für rutschende Füße tückisch sind. Hier betritt der GR65 das Aubrac und folgt den Spuren einer uralten Straße, der Via Agrippa, die einst Lyon mit Toulouse verband. |
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Abschnitt 3: Das Tor zum Aubrac
Überblick über die Schwierigkeiten der Strecke: Eine Strecke mit ständigem Auf und Ab.
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Der Weg steigt hier still bergan, eingeschnitten in einen hellen, trockenen Boden, der mit Steinen übersät ist, welche unter den Schritten rollen und immer wieder kleine Hindernisse bilden. Er windet sich zwischen niedrigen Grasbüscheln und Ginstersträuchern hindurch, deren kräftiges Grün einen markanten Kontrast zum hellen Erdreich bildet. Hier und da stehen einzelne Kiefern, deren leicht geneigte Silhouetten vom Wind und von der Zeit geformt zu sein scheinen. In dieser beinahe kargen Einfachheit liegt etwas zutiefst Beruhigendes, eine Schönheit ohne jede Zierde, geschaffen aus Stille, leichtem Wind und gleichmäßigen Schritten. Es sind jene Orte, an denen man ganz von selbst langsamer geht, getragen von der Landschaft ebenso wie vom Weg selbst. Sogar die Steigung scheint dazu einzuladen. |
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Und dieses stille Vergnügen setzt sich noch lange fort auf diesem sagenumwobenen Weg, stets begleitet vom Ginster und den Kiefern. |
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Weiter oben wird die Steigung sanfter, doch die Landschaft verliert nichts von ihrer eindrucksvollen Schönheit. |
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Schon bald erreicht der Weg Bigose am oberen Ende des Anstiegs. |
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Dort erhebt sich ein kleines Steinkreuz, schlicht und still, als stünde es seit Menschengedenken an diesem Ort. Sein vom Wechsel der Jahreszeiten gezeichneter Granit bewahrt die Erinnerung an die Zeit. Moose, Flechten und aufgesprungene Körner erzählen von unzähligen Jahren voller Wind, Regen und Sonne. Dieser Ort strahlt eine unaufdringliche, beinahe verborgene Ruhe aus, eine Rast außerhalb der Zeit, an der der Blick wie von selbst verweilt, als werde man eingeladen, sich zu erinnern oder einfach still zu werden.
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Bigose besteht aus einer Handvoll solider Steinhäuser, fest in der Landschaft verwurzelt. Hier finden Wanderer Unterkunft und eine einfache, herzliche Verpflegung. |
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Der bäuerliche Charakter des Ortes ist überall spürbar. Ein Blick auf die Fassade eines Hauses genügt, um das eindrucksvolle Wandbild eines mächtigen Aubrac-Stieres zu entdecken, kraftvoll dargestellt als Hommage an dieses raue und zugleich lebendige Land.
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Hinter Bigose schlängelt sich ein Erdweg gemächlich durch die Weiden, als wolle er diese friedlichen Höhen nur zögernd verlassen. Fast einen Kilometer lang folgt er sanften Wellen des Geländes, die den Schritt in einen ruhigen Rhythmus versetzen. |
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Dies ist nicht mehr die vertraute Kulturlandschaft. Stattdessen breiten sich magere, raue Heideflächen aus, auf denen die Viehherden weiden. Es ist eine karge und zugleich schöne Landschaft, die immer stiller wird und am Horizont von den dunklen Wäldern der Nadelbäume eingerahmt wird. |
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Kurz darauf richtet sich der Weg wieder auf, und die Steigung wird anspruchsvoller. Unter den Füßen liegen immer mehr Steine, sodass jeder Schritt bewusster gesetzt werden muss und der Aufstieg beinahe etwas Meditatives erhält. |
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Noch anstrengender wird der Anstieg auf einem Weg, der von großen Steinen übersät ist und das Vorankommen erschwert. Bei Regen verwandelt sich dieser Abschnitt in ein echtes Wildbachbett. Tiefe Rinnen leiten das Wasser mit großer Kraft talwärts und verlangen vom Wanderer Vorsicht und Bescheidenheit. |
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Früher säumte eine Allee mächtiger Waldkiefern diesen Weg. Ihre fast gespenstisch wirkenden Silhouetten reckten ihre schlanken Kronen dem Himmel entgegen. Hoch, schlank und nahezu astlos ragten sie wie gewaltige Pfähle aus der Erde empor und überragten die wilde Vegetation. Heute wirkt die Landschaft beinahe unwirklich. Gefällte Stämme, verstreute Überreste eines verschwundenen Waldes und Ginster, der den Raum langsam zurückerobert, formen ein ebenso seltsames wie bewegendes Bild des ständigen Wandels der Natur. |
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Mit zunehmender Höhe verliert die Steigung allmählich an Schärfe, als würde selbst die Anstrengung mit der Höhe ruhiger werden. |
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Oben auf dem Kamm, in dieser großartigen und beinahe gleichförmigen Landschaft, wird der Weg eben und zieht sich über viele Kilometer nahezu waagrecht dahin. Hier haben die Aubrac-Rinder ihr angestammtes Gebiet zurückerobert und beleben die weiten offenen Flächen. |
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Entlang des Weges strecken die Kiefern ihre schlanken Stämme zum Himmel empor, hoch aufragend, elegant und vollkommen gerade. Oft rühmt man ihre Schönheit und sagt, sie besäßen eine besondere Ausstrahlung, und tatsächlich erinnern sie mit ihrer schlichten Eleganz an antike Säulen. Buchen, Eichen und Eschen wirken kräftiger und massiver. Sie scheinen sich zu weigern, hinter den Kiefern zurückzutreten, und verleihen der Landschaft ihre ruhige und vertrauenerweckende Präsenz. |
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Auf dem Hochplateau führt der Weg zwischen den Kiefern hindurch, die wie eine Ehrenallee Spalier stehen. Dennoch bleibt der Wald überraschend licht. Der Hochwald wirkt offen und freundlich, nur vereinzelt durch dichtes Unterholz und Sträucher verschiedenster Arten unterbrochen. Die Kiefern behaupten jedoch ihre Vorherrschaft, denn ihre mächtigen Kronen nehmen vielen Sträuchern das Licht, wenn diese ihnen zu nahekommen. |
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Etwas weiter markiert ein großes Kreuz aus rohem Granit eine Wegkreuzung, die offenbar nur für die Menschen der Umgebung Bedeutung besitzt. Der Weg kennt jedoch keinen Zweifel und führt geradeaus weiter.
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An dieser Kreuzung begegnen Sie vielleicht einer freundlichen Dame, die den vorbeiziehenden Pilgern Getränke anbietet, eine willkommene Rast inmitten dieser weiten Landschaft. |
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Nun folgen lange Wegstrecken, die sich zwischen offener Landschaft und lichten Waldstücken an den Ausläufern des Aubrac entlangziehen. Der breite und gleichmäßige Erdweg verlangt kaum Anstrengung. Man braucht den Schritten nur ruhig ihren Lauf zu lassen, einen nach dem anderen. |
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Abschnitt 4: Das Tor zum Aubrac
Überblick über die Schwierigkeiten der Strecke: Eine Strecke ohne jede Schwierigkeit.
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Da die Anstrengung kaum noch spürbar ist, verweilt der Blick gern auf den Ginsterbüschen am Wegesrand, auf einem Eisernen Kreuz, das auf einem Granitsockel steht, oder auf den wenigen bescheidenen Feldern, die sich beinahe schüchtern in dieser weiten Landschaft verlieren. |
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Dies ist Wandern in seiner reinsten Form, ein ruhiger, gleichmäßiger Schritt durch eine großartige Landschaft, frei von jeder Anstrengung und ohne jedes Hindernis. |
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Etwas später gewinnt man den Eindruck, dass sich die Landschaft noch weiter öffnet und die Bäume ihren dichten Verband allmählich lockern, damit das Licht ungehindert in die Weite strömen kann. |
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Man könnte stundenlang so weitergehen, getragen von einem stillen Glücksgefühl. Doch wie alle kostbaren Augenblicke findet auch dieser irgendwann sein Ende. Schließlich erreicht der Weg eine schmale asphaltierte Straße. |
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Der GR65 folgt ihr nur kurz, kaum hundert Meter weit. Es ist nur eine kleine Unterbrechung, bevor er schon bald wieder auf den vertrauten Erdboden zurückkehrt. |
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Der Weg verläuft nun am Rand der Felder auf einem mit Kies bedeckten Fahrweg weiter. Von hier an verliert die Natur allmählich etwas von ihrer ursprünglichen Wildheit. Die Weiden weichen nach und nach den Ackerflächen. Die eleganten Kiefern verschwinden vom Wegesrand und machen gewöhnlicheren Sträuchern und hohen Gräsern Platz. Selbst der einst weiche Erdboden ist nun mit Kies bedeckt. Daran erkennt man, dass sich Aumont-Aubrac rasch nähert. Schließlich muss das Getreide auch gemahlen werden, um die Bewohner der kleinen Stadt zu versorgen? |
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Am Ende des Weges erscheint schließlich Aumont-Aubrac, das Tor zum Aubrac. |
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In der Nähe eines weiteren Granitkreuzes verlässt die Strecke noch einmal für kurze Zeit die offene Landschaft und führt über einen kleinen Weg, der von Ahorn, Buchen, Eschen und Eichen gesäumt wird. Es ist wie ein letzter grüner Atemzug vor der Ankunft. |
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Anschließend erreicht der GR65 eine Straße, die mit einigen Kurven in das Zentrum des Ortes führt. Aumont-Aubrac zählt rund tausend Einwohner und liegt unweit der Autobahn A75, die Frankreich von Norden nach Süden durchquert. Dank seiner günstigen Lage und der zahlreichen Pilger auf dem Jakobsweg hat sich der Ort zu einer bedeutenden Etappenstadt entwickelt, in der sich Pilger, Reisende und Urlauber begegnen. |
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Im Herzen des Ortes lädt ein kleiner Park zu einer angenehmen Rast ein, ein idealer Platz, um sich nach der Wanderung auszuruhen. |
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Aumont-Aubrac besitzt zwar keine große Zahl bedeutender Baudenkmäler, doch einige Zeugnisse seiner Vergangenheit sind bis heute erhalten geblieben. Die Kirche Saint Étienne, die aus einem Benediktinerkloster des 12. Jahrhunderts hervorgegangen ist, bewahrt trotz zahlreicher Umbauten noch wesentliche Elemente ihrer romanischen Architektur. Im Inneren präsentiert sie sich heute in einem deutlich moderneren Erscheinungsbild. Sehenswert ist außerdem der kleine historische Ortskern mit einigen Steinhäusern aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Das ehemalige Priorat beherbergt heute die Touristeninformation. |
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Insgesamt zählt Aumont-Aubrac jedoch nicht zu den schönsten Orten der Region. Eine recht stark befahrene Straße durchquert den Ort, und das Zentrum wirkt stellenweise etwas belebt und dicht bebaut. Auf dem Dorfplatz erinnert eine Statue an die berühmte Bestie des Gévaudan, deren Legende bis heute die Erinnerung der Menschen prägt. Und wie so oft begegnet man auch hier den Zeichen des Jakobswegs, unauffällig, aber als treue Begleiter jedes Pilgers. . |
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Man kann das Aubrac nicht besuchen, ohne seine größte kulinarische Spezialität zu erwähnen, den Aligot. Aligot, die Margeride und das Aubrac gehören untrennbar zusammen. Wie jedes traditionsreiche Gericht besitzt auch dieses seine eigene Legende, irgendwo zwischen Geschichte und Überlieferung. Der Erzählung nach trafen sich im frühen Mittelalter Bischöfe aus der Auvergne, dem Rouergue und dem Gévaudan auf dem Plateau des Aubrac. Jeder brachte das mit, was ihm zur Verfügung stand. Der eine Kartoffeln, der andere Käse, Sahne und Butter, der dritte etwas Knoblauch und Salz. Hungrig, aber wenig erfahren in der Kochkunst, vertrauten sie ihre bescheidenen Vorräte einem Buronnier an, einem Hirten dieser Hochebene. Mit sicherer Hand vermengte er alles in einem Kessel über dem Feuer. So soll der Aligot entstanden sein, aus der Schlichtheit bäuerischer Handgriffe und aus der Notwendigkeit, sich zu ernähren. Das berühmte Kreuz der Drei Bischöfe, das etwas weiter oben auf dem Plateau steht, erinnert noch heute an diese symbolische Begegnung an der Grenze dreier historischer Landschaften. Hier gehen Geografie und Legende ganz selbstverständlich ineinander über. Doch jenseits aller Legenden lebt der Aligot vor allem von handwerklichem Können und Geduld. Für vier Personen benötigt man ein Kilogramm mehligkochende Kartoffeln, vierhundert Gramm frische Laguiole-Tomme, etwas Crème fraîche, ein bis zwei Knoblauchzehen sowie Salz und Pfeffer. Die Kartoffeln werden zusammen mit dem Knoblauch gekocht und anschließend zu einem feinen, heißen Püree verarbeitet. Danach beginnt der entscheidende Augenblick. Bei schwacher Hitze wird zunächst die Crème fraîche untergerührt, anschließend kommt nach und nach die in Stücke geschnittene Tomme hinzu. Nun muss die Masse kräftig gerührt, gezogen und angehoben werden, häufig in weiten Achterbewegungen. Genau in diesem geduldigen Arbeitsgang entsteht die berühmte Elastizität des Aligot. |
Unterkünfte auf der Via Podiensis
- Gîte-Chambres d’hôtes Le Gévaudan, Pascal Roussel, Les Estrets; 04 66 45 61 90/06 88 90 97 89; Gîte und Pension, Abendessen, Frühstück
- Gîte-Snack Les Saint-Pas, Géraldine et Frédéric (pèlerins) Les Estrets; 06 16 80 73 84; Gîte, Abendessen, Frühstück
- Les Granges de Bigose, Thierry Monniez, Bigose; 04 66 47 12 65; Gîte et Pension, Abendessen, Frühstück
- Route d’Aubrac-Laverie, 4 Route d’Aubrac, Aumont-Aubrac; 06 76 66 43 90; Gîte, Küche
- Gîte Chemin Faisant, Annie Lautard, 15 Avenue du Payre, Aumont-Aubrac; 06 24 83 19 36/07 67 19 66 20; Gîte, Abendessen, Frühstück, Küche
- La Ferme du Barry, Charles et Marie, Rue du Barry, Aumont-Aubrac; 04 66 42 90 25/06 71 83 17 46; Gîte, Abendessen, Frühstück
- Gîte Les Sentiers Fleuris, Aurélie, 7 Place du Portail, Aumont-Aubrac; 04 66 42 94 70/06 42 64 80 02; Gîte, Abendessen, Frühstück
- Gîte-Chambres d’hôtes O mon Aubrac, 8 Route d’Aubrac, Aumont-Aubrac; 06 20 78 56 06; Gîte und Pension, Abendessen, Frühstück
- Les Volets Bleus, Cécile Maled, 25 Avenue de Peyre, Aumont-Aubrac; 04 66 31 34 11/06 74 21 55 95; Pension, Abendessen, Frühstück
- Chambre d’hôte Le 24, Françoise et Christian Mathieu, 24 Route d’Aubrac, Aumont-Aubrac; 06 75 91 71 30; Pension, Frühstück
- Chez Camillou***, 10 Route du Languedoc, Aumont-Aubrac; 04 66 42 80 22; Hotel***, Abendessen, Frühstück
Jahr für Jahr verändert sich der Jakobsweg und erfindet sich mit den Jahreszeiten und den Schritten der Pilger immer wieder neu. Manche Unterkünfte schließen ihre Türen, während andere, bescheiden oder unerwartet, neu entstehen. Es wäre daher unrealistisch, den Anspruch auf eine vollständige und unveränderliche Liste zu erheben. Dieses Verzeichnis umfasst ausschließlich Unterkünfte, die sich direkt an der Strecke oder höchstens einen Kilometer davon entfernt befinden. Die Auswahl wurde 2026 aktualisiert und dürfte sich in den kommenden Jahren nur geringfügig verändern. Wer umfassendere Informationen sucht, kommt an einem Werk nicht vorbei: Miam Miam Dodo, das problemlos online erhältlich ist. Seine größte Stärke liegt in der jährlichen Aktualisierung. Es verzeichnet nicht nur Unterkünfte unmittelbar an der Strecke, sondern auch Häuser, die etwas abseits liegen. Gerade bei starkem Pilgeraufkommen kann dies von großem Wert sein, wenn die Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit schwieriger wird. Darüber hinaus bietet das Werk zahlreiche praktische Hinweise, von einladenden Cafés und Restaurants bis hin zu Bäckereien, die unterwegs eine willkommene Rast ermöglichen. Neben diesen klassischen Informationsquellen ist heute auch Airbnb nicht mehr wegzudenken. Die Plattform hat sich selbst in abgelegenen und dünn besiedelten Regionen zu einer wichtigen Adresse für Reisende entwickelt. Da die genauen Standorte der Unterkünfte jedoch nicht unmittelbar angezeigt werden, ist eine gewisse Vorausplanung erforderlich. Auf dem Jakobsweg hängt die Suche nach einem freien Bett in letzter Minute manchmal vom Zufall ab. Doch auf den Zufall sollte man sich nicht verlassen. Eine rechtzeitige Reservierung ist deshalb dringend zu empfehlen. Erkundigen Sie sich bei der Buchung außerdem, ob Abendessen und Frühstück angeboten werden. Diese scheinbar kleinen Details können die Mühen einer Tagesetappe erheblich erleichtern.
Wenn man die verfügbaren Übernachtungsmöglichkeiten betrachtet, stehen vor Aumont-Aubrac rund 60 Betten zur Verfügung. Dies lässt darauf schließen, dass viele Pilger ihre Tagesetappe bereits früher beenden. In Aumont-Aubrac selbst steigt die Unterkunftskapazität deutlich auf nahezu 210 Betten. Da auf der Via Podiensis während der Saison in der Regel zwischen 100 und 200 Pilger unterwegs sind, dürfte diese Etappe hinsichtlich der Unterkunftsmöglichkeiten keine besonderen Schwierigkeiten bereiten. Dennoch empfiehlt es sich, vorsorglich im Voraus zu reservieren.
Diese Strecken führen durch dünn besiedelte Landschaften, in denen das Angebot an Dienstleistungen begrenzt ist. Restaurants sind selten, ebenso Lebensmittelgeschäfte, die häufig lediglich kleine Brotausgabestellen mit einer bescheidenen Auswahl an Gemüse und Milchprodukten sind. In Les Estrets und Bigose besteht jedoch die Möglichkeit, eine Mahlzeit einzunehmen, zwei willkommene Rastorte in diesen abgelegenen Gegenden. Wasserstellen sind auf dieser Etappe seltener und befinden sich in Grazières-Mage und Chabannes. In Chabannes steht zudem eine Trockentoilette zur Verfügung. Am Etappenziel bietet Aumont-Aubrac schließlich sämtliche Einrichtungen einer Kleinstadt mit allen wichtigen Geschäften und Dienstleistungen. Schließlich bieten zahlreiche Unternehmen einen Gepäcktransport oder einen Rücktransfer zum Ausgangspunkt an. Unter ihnen gilt La Malle Postale als die wichtigste Referenz. Aumont-Aubrac verfügt außerdem über einen Bahnhof, der besonders für Wanderer praktisch ist, die nur einen kürzeren Abschnitt des Jakobswegs zurücklegen möchten.
NZögern Sie nicht, Kommentare hinzuzufügen. Oft ist dies der Weg, um in der Google-Hierarchie aufzusteigen, sodass mehr Pilger Zugang zur Website erhalten.
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Nächste Etappe : Etappe 6: Von Aumont-Aubrac nach Les Gentianes |
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