In diesem Teil der Website wird der Hauptweg beschrieben, dem die meisten Pilgerinnen und Pilger folgen, wenn sie aus Nordeuropa, Frankreich, Deutschland oder der Schweiz kommen. Für Pilger aus anderen Ländern ist dies weniger selbstverständlich. Auch viele Amerikaner, Kanadier und einige Italiener beginnen ihre Pilgerreise hier, während die meisten Koreaner derzeit erst in Roncesvalles starten.
Die Etappen werden daher in chronologischer Reihenfolge beschrieben – von Le Puy-en-Velay in Frankreich bis nach Saint-Jean-Pied-de-Port an der spanischen Grenze.
Gute Reise und Buen Camino.
Via Podiensis
Zunächst gilt es, Le Puy-en-Velay zu erreichen. Viele Pilgerinnen und Pilger reisen mit dem Flugzeug über Lyon an und fahren anschließend mit dem Zug oder dem Auto nach Le Puy. Pilger aus Osteuropa sowie viele Deutsche und Schweizer wählen häufig die Via Gebennensis von Genf nach Le Puy oder andere Jakobswege, die über Lyon, die Franche-Comté oder das Burgund führen. Manche Italiener folgen zunächst der Via Francigena in Italien und anschließend der Via Tolosana über Arles. Andere starten in Dijon und erreichen Le Puy über Burgund und Cluny.
Die Via Podiensis beginnt in Le Puy. Hier befindet man sich inmitten der „Puys“, kleiner bewaldeter Hügel vulkanischen Ursprungs. Vom Velay führt der Weg durch die bewaldete Margeride und das Gévaudan, das vor allem durch die Geschichte der Bestie des Gévaudan bekannt geworden ist. Danach folgt die faszinierende Hochebene des Aubrac mit ihren Trockensteinmauern und weiten, baumlosen Weiden, auf denen im Sommer junge Rinder und Ochsen grasen. Hinter dem Aubrac verändert sich die Landschaft grundlegend. Der Weg führt hinab in die tief eingeschnittenen Schluchten des Lot, steigt und fällt immer wieder und erreicht schließlich Conques, das mittelalterliche Juwel des Jakobswegs. Anschließend verläuft die Route durch das Quercy mit seinen unzähligen Eichen, überquert mehrere karge Kalkhochflächen (Causses) und erreicht Cahors. Ab Cahors wird die Landschaft im Département Tarn-et-Garonne etwas gleichförmiger. Der Weg überquert die Garonne bei Moissac und führt weiter durch das Gers mit seinen auf Hügeln gelegenen Bastiden sowie den weiten Getreide- und Sonnenblumenfeldern. Ab Aire-sur-l’Adour geht es durch die Landes und die Pyrénées-Atlantiques, wo Maisfelder und Entenzucht das Landschaftsbild prägen. Zum Glück kehren im Béarn und im Baskenland, am Rand der Pyrenäen, wieder sanfte Hügel zurück.
Die rund 730 Kilometer der Via Podiensis lassen sich gut in etwas mehr als einem Monat zurücklegen. Weniger erfahrenen Wanderern wird empfohlen, zu Beginn nicht zu ehrgeizig zu sein und die Länge der Etappen nach und nach zu steigern. Ebenso wichtig ist es, sich gelegentlich einen Ruhetag zu gönnen. Orte wie Conques, Figeac, Cahors, Moissac, Aire-sur-l’Adour oder Navarrenx sind einen längeren Aufenthalt auf jeden Fall wert.
Markierung des GR65 in Frankreich
Es ist nicht notwendig, detaillierte topografische Karten mitzuführen. Es genügt, der Wegmarkierung zu folgen. Von Genf bis Saint-Jean-Pied-de-Port ist die Strecke als Fernwanderweg (GR – Grande Randonnée) ausgeschildert, auch wenn es einige Varianten gibt. Da der Jakobsweg auf diesem Abschnitt mit dem Fernwanderweg zusammenfällt, wird die Richtung meist durch die rot-weißen Markierungen des GR angezeigt. Hier ist die Orientierung besonders einfach: Bis zur spanischen Grenze folgen Sie dem GR65.

Folgen Sie den rot-weißen Markierungen und nicht den gelben Markierungen, denn viele örtliche Wanderwege sind gelb ausgeschildert. Dennoch kann es gelegentlich zu Verwirrungen kommen – etwa wenn jemand aus Spaß ein Wegzeichen verändert oder ein Schild entfernt hat. In diesem Fall müssen Sie vielleicht einen Umweg in Kauf nehmen oder auf einem nahegelegenen Bauernhof nach dem richtigen Weg fragen. Je nach Region finden Sie außerdem zahlreiche weitere Wegweiser mit den Namen von Weilern oder ungefähren Gehzeiten, die vor allem für lokale Wanderwege bestimmt sind.
Manchmal begegnen Sie auch der bekannten Muschel des Jakobswegs – einer gelben Jakobsmuschel auf blauem Hintergrund. Dabei gilt: Die geschlossene Seite der Muschel weist die richtige Gehrichtung. In Galicien ist es allerdings genau umgekehrt! Auf der Via Podiensis verschwindet die Muschel jedoch immer häufiger zugunsten der rot-weißen Markierungen des GR.

Wichtiger Hinweis zu den Entfernungen und Höhenmetern.
Die Angabe von Höhenunterschieden entlang einer Route ist nie ganz einfach – unabhängig davon, ob GPS-Uhren oder kartografische Höhenprofile verwendet werden. Es gibt nur wenige Programme oder Internetseiten, mit denen sich Höhenmeter zuverlässig berechnen lassen. Da diese Programme auf Näherungswerten und Durchschnittsberechnungen beruhen, können die Ergebnisse je nach Software erheblich voneinander abweichen. Bereits kleine Geländemulden oder kurze Anstiege zwischen zwei Messpunkten können zu deutlichen Unterschieden führen. Ein Beispiel: Auf dem GR36 entlang der bretonischen Küste liegt die Strecke nur selten mehr als 50 Meter über dem Meeresspiegel. Trotzdem geht es den ganzen Tag ständig auf und ab. Für eine Etappe von etwa 20 Kilometern berechnet ein Programm 800 Höhenmeter, ein anderes lediglich 300. Was stimmt nun? Wer diese Strecke mehrmals zu Fuß gegangen ist, weiß: Die Beine bestätigen eher die 800 Höhenmeter.
Wie gehen wir daher vor? Die Berechnungen der Programme dienen lediglich als Orientierung. Die angegebenen Höhenmeter werden mit Vorsicht betrachtet, während die bekannten Höhenangaben der Karten als Grundlage dienen. Aus Höhe und Entfernung zwischen zwei bekannten Punkten lassen sich die Steigungen anschließend rechnerisch bestimmen. Diese Methode wurde auch auf dieser Website verwendet. Im Vergleich mit der tatsächlichen Strecke zeigt sich, dass sie der Realität meist sehr nahekommt. Wer häufig wandert, entwickelt ohnehin schnell ein Gefühl für Steigungen – sowohl mit den Augen als auch mit den Beinen. Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: Programme zur Berechnung von Höhenmetern erfassen auf flachen Strecken kleine Höhenunterschiede von weniger als zwei Metern oft gar nicht. Besonders bei Steigungen unter fünf Prozent wirkt eine Strecke deshalb nahezu eben, obwohl sie tatsächlich ständig leicht ansteigt und wieder abfällt. Diese kleinen Veränderungen summieren sich jedoch und werden beim Gehen durchaus spürbar. Um den tatsächlichen Anforderungen näherzukommen, empfiehlt es sich daher, bei den meisten Etappen zusätzlich etwa 100 bis 200 positive und negative Höhenmeter einzuplanen. Auch viele GPS-Uhren, die die Strecke kontinuierlich aufzeichnen, kommen zu ähnlichen Werten – wobei auch ein GPS keine absolute Präzision bietet.
Die Berechnung der Höhenmeter bleibt daher immer eine Annäherung. Selbst zwei verschiedene GPS-Geräte können für dieselbe Strecke deutlich unterschiedliche Höhenangaben liefern. Wirklich verlässlich sind letztlich nur die Höhenlinien der amtlichen topografischen Karten. Lassen Sie sich davon jedoch nicht den Wandergenuss nehmen. Die auf dieser Website angegebenen Werte sind zwar Näherungswerte, kommen den tatsächlichen Verhältnissen auf dem Weg aber sehr nahe. In den Höhenprofilen genügt ein Blick auf die Farben, um die Steilheit der Strecke zu erkennen. Helle Farben (Blau und Grün) kennzeichnen leichte Steigungen von weniger als 10 %. Kräftige Farben (Rot und Dunkelbraun) stehen für steilere Anstiege, wobei Dunkelbraun Steigungen von mehr als 15 % anzeigt. Die steilsten Abschnitte mit mehr als 20–25 %, die nur selten vorkommen, sind schwarz dargestellt.
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Was Sie auf dieser Website finden
Um die Planung Ihrer Pilgerreise zu erleichtern, wurde die Strecke in einzelne, bewusst gewählte Etappen unterteilt. Jeder Pilger geht seinen eigenen Weg und bestimmt sein persönliches Tagespensum. Zu jeder Etappe finden Sie außerdem Informationen zu den Übernachtungsmöglichkeiten. Nicht unerwähnt bleiben darf der bekannte Pilgerführer Miam Miam Dodo, den viele als die „Bibel“ des Jakobswegs bezeichnen. Unsere Website enthält ebenfalls eine große Auswahl an Unterkünften entlang des Weges, berücksichtigt jedoch keine Unterkünfte außerhalb der Route. Hier bietet Miam Miam Dodo einen zusätzlichen Vorteil, da der Führer jährlich aktualisiert wird..
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Zum Beginn: Etappe 1: Du Puy-en-Velay à St Privat d’Allier |
