In den Wäldern des Aveyron
DIDIER HEUMANN, ANDREAS PAPASAVVAS

Wir haben die Route in mehrere Abschnitte unterteilt, um die Übersichtlichkeit zu erleichtern. Für jeden Streckenabschnitt zeigen die Karten die Route, die Steigungen entlang des Weges und den Zustand des GR65. Die Routen wurden auf der Plattform „Wikiloc“ erstellt. Heutzutage ist es nicht mehr notwendig, detaillierte Karten in der Tasche oder im Rucksack mitzuführen. Mit einem Mobiltelefon oder Tablet können Sie die Route ganz einfach live verfolgen.
Für diese Strecke finden Sie hier den Link:
https://fr.wikiloc.com/itineraires-randonnee/de-estaing-a-golinhac-par-le-gr65-51427939
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Nicht alle Pilger sind unbedingt mit der Nutzung von GPS oder der Navigation über das Smartphone vertraut, zumal es noch viele Gegenden ohne Internetverbindung gibt. Deshalb ist zur Erleichterung Ihrer Reise ein Buch über die Via Gebennensis durch die Haute-Loire auf Amazon erhältlich. Dieses Werk ist weit mehr als nur ein praktischer Reiseführer: Es begleitet Sie Schritt für Schritt, Kilometer für Kilometer, und bietet Ihnen alle nötigen Informationen für eine entspannte Planung ohne böse Überraschungen. Doch über die nützlichen Ratschläge hinaus entführt es Sie auch in die zauberhafte Atmosphäre des Weges – es fängt die Schönheit der Landschaften ein, die Erhabenheit der Bäume und das Wesen dieses spirituellen Abenteuers. Nur die Bilder fehlen – alles andere ist da, um Sie mitzunehmen auf diese Reise.
Ergänzend dazu haben wir auch ein zweites Buch veröffentlicht, das mit etwas weniger Detailtiefe, aber mit allen wesentlichen Informationen den gesamten Weg vom Le Puy-en-Velay bis nach St Jean-Pied-de-Port beschreibt. Sie haben die Wahl, welcher Strecke Sie folgen möchten.
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Wenn Sie nur die Unterkünfte der Etappe einsehen möchten, scrollen Sie direkt zum Ende der Seite.
Sie tauchen erneut in die großartige Landschaft der Haute Rouergue ein, jenes geheimnisvollen Landstrichs im Norden des Aveyron. Der Lot, das Rückgrat dieser Region, hat enge Schluchten geformt, die sich stellenweise zu weiten Becken öffnen und eine Landschaft von kaum zu beschreibender Schönheit entstehen lassen. Das Wasser des Lot wirkt bisweilen beinahe regungslos. Die Hochflächen, die sich über dem Fluss erheben, zeigen sich in immer neuen Gestalten. Die einen tragen das raue Gepräge des Schiefers, andere die Fülle vulkanischer Böden und wieder andere die Sanftheit des Kalksteins. An diesem Tag verschwinden die Felder fast vollständig aus dem Landschaftsbild und machen geheimnisvollen Wäldern und sattgrünen Weiden Platz. Die nach Norden gerichteten Hänge, stille Hüter dieser verborgenen Welt, wechseln mit den Jahreszeiten ihr Farbenspiel. Mächtige Eichen-, Buchen- und jahrhundertealte Kastanienwälder breiten sich weit aus und schaffen eine eindrucksvolle Harmonie aus tiefen Grüntönen und samtigen Braunnuancen. Den Lot zu betrachten bedeutet, sich von einer trügerischen Ruhe gefangen nehmen zu lassen, als hielte das Wasser zwischen den steilen Höhenzügen den Atem an. Diese Etappe ist weit mehr als eine einfache Wanderung. Sie wird zu einer botanischen Entdeckungsreise von außergewöhnlicher Intensität. Sie lädt dazu ein, die Vielfalt der Bäume zu entdecken, die in dieser geschützten Naturlandschaft gedeihen, besonders dann, wenn ein tiefblauer Himmel die Strecke begleitet. Leider verschwinden die schönsten Ausblicke bei Regen oft hinter einem grauen Schleier, der dieser Landschaft eine stille Melancholie verleiht.
Sie befinden sich weiterhin im Aveyron und näheren sie Schritt für Schritt Conques, jenem lange ersehnten Wallfahrtsort der Pilger. In Estaing steht der Pilger vor einer wichtigen Entscheidung. Zwei Strecken, zwei unterschiedliche Erlebnisse eröffnen sich vor ihm. Der GR65, die klassische Strecke der Jakobspilger, führt über Massip nach Golinhac. Der weit weniger bekannte, aber ebenso reizvolle GR6 bietet dagegen eine verlockende Alternative. Beide Wege vereinigen sich später wieder bei Campagnac und erschließen dieselben einzigartigen Landschaften. Die Einwohner von Estaing empfehlen dem Wanderer bisweilen den GR6, weil er sich etwas weiter von den asphaltierten Straßen entfernt und dadurch ein noch intensiveres Naturerlebnis ermöglicht. Dennoch bleibt der GR6 nur wenig begangen, denn viele Pilger halten bewusst an der überlieferten Strecke fest. Doch wer kann heute noch mit Sicherheit sagen, welchen genauen Spuren unsere Vorfahren einst gefolgt sind? So eröffnet sich jedem Wanderer eine eigene Entscheidung, eine persönliche Geschichte und die Einladung, weniger begangene Wege zu entdecken. Die Wahl liegt bei ihnen. Wir selbst bleiben jedoch dem GR65 treu.
Schwierigkeitsgrad der Strecke: Die heutigen Höhenunterschiede (+548 Meter/-221 Meter) versprechen eine ebenso anspruchsvolle wie faszinierende Etappe. Auf einer Strecke von 14 Kilometern lernen Sier den wahren Charakter dieser Landschaft kennen. Unabhängig davon, für welche Variante Sie sich entscheiden, erwartet Sie eine ausgesprochen kräftezehrende Etappe. Unüberwindbar ist sie keineswegs, doch sie führt den ganzen Tag über in einem ständigen Auf und Ab dahin. Selbst wenn Sie dem Lauf des Lot auf dem GR65 folgen, dürfen Sie keineswegs mit einer ebenen Topografie rechnen. Es erwartet Sie vielmehr eine ununterbrochene Abfolge von Anstiegen, ganz ähnlich den berühmten Bergrennen des Radsports.

Zustand des GR65: Es lebe der Asphalt! Eine Möglichkeit, den Asphaltanteil zu verringern, besteht darin, ab Estaing den GR6 zu wählen:
- Asphalt : 9.0 km
- Wanderwege : 5.1 km
Manchmal, aus logistischen Gründen oder wegen der Unterkunftsmöglichkeiten, kombinieren diese Etappen Strecken, die an verschiedenen Tagen zurückgelegt wurden, da wir diese Routen mehrmals durchlaufen haben. Daher können Himmel, Regen oder Jahreszeiten variieren. In der Regel ist dies jedoch nicht der Fall, und tatsächlich ändert es nichts an der Beschreibung der Strecke.
Es ist sehr schwierig, die Steigungen der Routen mit Sicherheit anzugeben, unabhängig davon, welches System Sie verwenden.
Für die tatsächlichen Höhenunterschiede lesen Sie bitte die Hinweise zur Kilometerangabe auf der Startseite noch einmal durch.

Abschnitt 1: Entlang des Lot

Überblick über die Schwierigkeiten der Strecke: Glauben nicht, dass es flach wird, nur weil Sie dem Fluss folgen. Der Weg springt ständig auf und ab, bevor er den Lot schließlich verlässt. Mehrere Abschnitte weisen Steigungen von nahezu 15 % auf.

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Unabhängig davon, welche Variante Sie gewählt haben, setzt sich die Strecke am Ende der Brücke fort, dicht an den Berghang geschmiegt. Geradeaus zweigt der GR6 ab, während rechts der GR65 seinen langen Weg nach Santiago de Compostela fortsetzt. Nur wenige Pilger wagen sich auf den GR6, jene stillere Strecke, die Golinhac auslässt und durch eine abgelegene Gegend mit nur wenigen Rast- und Übernachtungsmöglichkeiten führt. Erst nach fast zwanzig Kilometern erreicht sie Campagnac, wo sie schließlich wieder auf den GR65 trifft. Der GR65 hingegen, der große Jakobsweg über Golinhac, stellt die Wanderer ebenfalls vor eine anspruchsvolle Aufgabe. Nach einem Anstieg von mehr als dreihundert Höhenmetern muss zunächst die Hochebene erreicht werden.
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| Zu Beginn folgt der Weg mehr als vier Kilometer lang der Straße, die sich entlang der Mäander des Lot windet. Leider bestehen diese ersten Kilometer fast ausschließlich aus Asphalt. Dennoch lässt der GR65 die letzten Häuser am Flussufer ohne Bedauern hinter sich, als wüsste er bereits, dass der eigentliche Weg erst jenseits davon beginnt. |
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| Vielleicht stellen Sie sich vor, dass eine Wanderung am Wasser entlang ein ruhiger Spaziergang und eine willkommene Erholung sei. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Schon bald steigt die Straße steil an und führt unter das dichte Blätterdach eines Waldes, dessen kühle, feuchte Schatten den Wanderer beinahe festhalten. |
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| Verkehr gibt es auf dieser vergessenen Straße praktisch keinen. Meist begegnen Sie lediglich anderen Pilgern, deren Rucksäcke schwer auf den Schultern lasten und die im gleichen ruhigen Rhythmus wie Sie voranschreiten, versunken in ihre Gedanken oder Gebete. |
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| Der Wald zeigt hier den ganzen Reichtum seiner Laubbäume. Zwischen den kräftigen Eichen erscheinen wunderschöne Ahornbäume mit ihrem feinen Laub und mächtige Eschen, deren Äste sich wie Gewölbe über den Weg spannen. Zu Beginn dieser Etappe bleiben Buchen und Kastanienbäume noch etwas im Hintergrund, als schlummerten sie tief im Wald. |
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| Es fällt schwer zu glauben, dass man einem Fluss folgt, denn das Gelände steigt und fällt unaufhörlich. Nichts ist hier eben. Der allgegenwärtige Asphalt erinnert bei jedem Schritt an seine Härte. Stellenweise scheint die Straße wieder zum Lot hinabführen zu wollen, als fühle sie sich von dem Fluss angezogen, den sie kurz zuvor verlassen hatte. |
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| Schließlich erscheint der Fluss wieder zwischen den Bäumen, sichtbar durch eine Lichtung im Wald. Auf der Straße zieht nun eine regelrechte Schar von Wanderern dahin. Fröhliche Gruppen wandern gemeinsam, und ihre Lieder hallen leise zwischen den Hügeln und den ruhigen Wassern wider. |
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| Danach schlängelt sich die Straße gemächlich am Wasser entlang. Trotz der Schilder, die das Angeln verbieten, stehen zahlreiche Angler reglos am Ufer, bewegungslos wie Reiher. Die Verbote scheinen hier ebenso wie anderswo manchmal eher gut gemeinte Hinweise als verbindliche Regeln zu sein. |
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| Selbst auf dieser Asphaltstraße bietet die Landschaft immer wieder Anlass zum Staunen. Zwischen den Bäumen glitzern die Spiegelungen des Lot, deren schimmernde Lichter über die Wasseroberfläche tanzen. Die Äste neigen sich anmutig über den Fluss, als freuten sie sich, ihre Blätter in das Wasser tauchen zu dürfen. Der Lot rauscht hier kaum jemals. Er fließt langsam, schwer und beinahe regungslos dahin. Alles strahlt Frieden und Gelassenheit aus, auch wenn der Fluss an dieser Stelle nicht mehr jenes klare Blau besitzt, das ihn andernorts so unverwechselbar macht. . |
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| Bald darauf gewinnen die Kastanienbäume wieder die Oberhand und prägen zunehmend das Landschaftsbild. Auf der weiteren Strecke werdet ihr ihnen in großer Zahl begegnen, als wolle der Wald selbst den Pilger auf seinem langen Weg begleiten. |
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| Kurz darauf erstreckt sich unmittelbar am Wasser ein schattiger Picknickplatz, ein stiller Zufluchtsort für müde Wanderer und hartnäckige Angler, die trotz aller Verbote weiterhin versuchen, im Lot ihr Glück zu finden. |
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| Nach einigen Kilometern ruhigen Wanderns, begleitet vom leisen Murmeln des Flusses, verlässt die Straße allmählich den dichten Wald. Die Bäume stehen weiter auseinander, das Licht fällt wieder großzügiger durch die Kronen, und die Landschaft scheint langsam wieder frei zu atmen. |
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| Vorerst bleibt sie jedoch noch den Ufern des Lot treu und folgt dem Fluss weiterhin, als zögere sie, sich endgültig von ihm zu lösen. |
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| Dann wird die Straße geradliniger und steigt über das Tal in offeneres Gelände hinauf. Langsam führt sie zum Weiler La Rouquette, während der Lot immer tiefer unter euch zurückbleibt und nur noch als dunkles Band zwischen den Bäumen zu erkennen ist. |
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| Der Anstieg setzt sich in sanfter Steigung bis nach La Rouquette fort. Dort zweigt eine kleine Straße zu einem Staudamm ab, der in einer Schleife des Lot errichtet wurde. Die Landschaft öffnet sich und bietet einen weiten Blick über das aufgestaute Wasser und die bewaldeten Hügel am Horizont. |
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| Hier verlässt der GR65 endlich den Asphalt. Der Weg wird zu einer breiten Erdpiste, die entschlossen in den Wald hineinführt und unter dem dichten Blätterdach der Laubbäume in einem kräftigeren Anstieg bergauf verläuft, während die Stille des Waldes den Pilger erneut umgibt. |
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| Der Weg ist hier besonders angenehm, auch wenn die Anstrengung nicht nachlässt. Er zieht sich in stetigem Anstieg am Hang entlang und folgt den Formen des Geländes mit bemerkenswerter Harmonie, als wolle er dem Pilger den Aufstieg erleichtern, ohne ihm jemals eine wirkliche Pause zu gönnen. |
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| Unter dem dichten Schatten mächtiger Buchen, kräftiger Eichen und hoch aufragender Eschen wirkt der Wald noch eindrucksvoller. Auch die Kastanienbäume breiten sich immer weiter aus und fügen ihre markanten Silhouetten zwischen die übrigen Laubbäume ein, als kündigten sie bereits die Landschaften der kommenden Etappen an. |
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| Der Weg beginnt nun, sich durch den Wald zu schlängeln, als könne er sich kaum für eine Richtung entscheiden. Er führt sogar leicht bergab bis zum kleinen Bach Luzane, der verborgen am Grund eines schmalen, kühlen Tälchens fließt, wo das Wasser leise zwischen Steinen und Moosen dahinrieselt. |
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| Hier erreicht der GR65 noch einmal kurz den Asphalt. Genau an dieser Stelle beginnt jedoch der eigentliche Aufstieg zur Hochebene von Golinhac. Schon bald verlässt die Strecke die Straße, auf der Ihnen vermutlich kein einziges Fahrzeug begegnen wird, und führt auf einen schmalen Pfad, der steil den Hang hinaufsteigt, wie ein geheimer Durchgang, der sich im bewaldeten Steilhang verliert. |
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Abschnitt 2: Ein sehr langer Anstieg, zwischen Abkürzungen und Asphalt

Überblick über die Schwierigkeiten der Strecke : Wenn hier von einem Anstieg die Rede ist, dann ist es ein echter Anstieg. Mehr als 330 Höhenmeter auf nur vier Kilometern, mit Steigungen, die meist zwischen 10 % und über 15 % liegen und stellenweise sogar noch steiler sind.

| Hier beginnt das eigentliche Spiel des Weges, ein ständiger Wechsel zwischen steilen Abkürzungen, die sich durch den Wald hinaufziehen, und den weiten Kehren der schmalen Asphaltstraße. Die Hänge sind weniger schroff als anderswo und stürzen niemals völlig steil ab. Deshalb haben sich hier und da kleine Waldstücke an den Flanken erhalten, wie uralte Zufluchtsorte der Wildnis. Einst fanden hier Wölfe Schutz, heute sind es Wildschweine und Rehe, die diese stillen Rückzugsorte bewohnen. |
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| Der Anstieg wird ernst. Auf diesem schmalen Pfad, der sich zwischen den Laubbäumen hindurchwindet, übersteigt die Steigung häufig 25 %. Unter kleinen wilden Kastanienbäumen und Buchen treten dunkle Schieferplatten und Kalkfelsen stellenweise an die Oberfläche des Weges und erinnern an den rauen, mineralischen Charakter dieser Hügel. |
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| Ja, es ist steil. Aber wie schön ist dieser Wald. Sobald das Licht etwas leichter durch die Äste dringt, scheinen Eichen, Buchen und Kastanienbäume noch höher emporzuwachsen, als würden sie durch die Helligkeit neue Kraft gewinnen. Der Wald erhält den Charakter einer gewaltigen grünen Kathedrale, durchzogen von Lichtstrahlen und wandernden Schatten. |
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| Die Abkürzung bleibt glücklicherweise recht kurz, und bald erreicht der GR65 wieder die kleine Asphaltstraße, die in offeneres Gelände hinausführt. Ringsum breitet sich ein dichter und tiefgründiger Laubwald aus, aus dem nur vereinzelt einige Nadelbäume herausragen, die in dieser von Laubbäumen beherrschten Landschaft beinahe fremd wirken. |
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| Anschließend erreicht die Straße Montégut-le-Bas. Viel gibt es hier nicht zu sehen, außer einem alten verlassenen Fahrzeug, das unter einem verwitterten Unterstand langsam seinem Ende entgegensieht. Solche vergessenen Autowracks, wahre Friedhöfe vergangener Zeiten, säumen noch immer zahlreiche französische Straßen und entstellen mit erstaunlicher Selbstverständlichkeit Landschaften voller ländlichem Charme. |
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| Die Landschaft erinnert hier beinahe an einen Kreuzweg. Doch es handelt sich nicht um den traditionellen Kalvarienberg mit seinen Stationen der christlichen Liturgie. Jedes Kreuz trägt seinen eigenen Namen und oft auch eine kleine Inschrift, die von einer lokalen Geschichte, einer Erinnerung oder einer längst vergessenen Frömmigkeit erzählt. Mehr als dreißig solcher Kreuze begleiten die Strecke bis nach Espeyrac, als hätten diese Hügel ihre heiligen Zeichen eigens für die Pilger ausgesät. |
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| Nach einem kurzen Abschnitt auf der Straße taucht der GR65 erneut in eine dieser steinigen Abkürzungen ein, wo Steigung und Geröll sofort unter den Schuhsohlen zurückkehren. . |
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| In dieser zweiten Abkürzung ist die Steigung etwas weniger ausgeprägt, bewegt sich aber dennoch meist zwischen 10 und 15 %. Der Wald bleibt der unangefochtene Herrscher der Landschaft. Mächtige Eichen, hohe Eschen, elegante Ahornbäume, stattliche Buchen und Kastanienbäume spenden weiterhin ihren schützenden Schatten über dem Weg. |
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| In der Nähe einer alten, verlassenen Steinhütte, die langsam von Zeit und Vegetation überwuchert wird, bietet sich dem Pilger sogar eine willkommene Rastmöglichkeit. Unter den großen Bäumen lädt die angenehme Kühle ganz von selbst zum Ausruhen ein, weit entfernt von Lärm und Hektik. |
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| Etwas weiter oben erreicht der steinige Weg erneut eine kleine Asphaltstraße, die zu einem einsamen Haus führt, das mitten im Wald liegt und fast vergessen wirkt. |
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| Nach einem weiteren kurzen Abschnitt auf Asphalt erreicht die Strecke zum dritten und letzten Mal eine Abkürzung, die durch den Wald bergauf führt. |
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| Der Pfad schlängelt sich nun unauffällig zwischen dichtem Gestrüpp hindurch. Er steigt sanft zur Höhenlinie an und führt über glänzende Schieferplatten, an denen sich Efeu und Moose festhalten, zwischen den Steinen des Weges und unter dem hohen Blätterdach der Laubbäume. Keine Lichtung unterbricht wirklich die Dichte dieses Waldes. Die einzigen offenen Flächen scheinen jene zu sein, die man den Bäumen abgerungen hat, um der Straße Platz zu schaffen. . |
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| In Montégut-Haut endet schließlich dieses ungewöhnliche Wechselspiel zwischen den Waldabkürzungen und den Kehren der Asphaltstraße. |
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| Der Asphalt begleitet die Wanderung nun, zum Bedauern mancher Pilger, bis hinauf zum Kamm und auf die Hochebene von Golinhac. Die Straße zieht sich gemächlich durch die Landschaft und wird auf beiden Seiten von hohen, dichten Hecken gesäumt, die stellenweise wie ein wilder Buschwald erscheinen. Der Wald lichtet sich nun allmählich. Die großen Bäume bilden kein geschlossenes Dach mehr, sondern stehen einzeln in der Landschaft. Knorrige Kastanienbäume, kräftige Eichen und hohe Eschen bestimmen das Bild. Dazwischen erscheinen vereinzelt auch wilde Kirschbäume mit ihrer leichteren Silhouette. Unter diesen hohen Bäumen gedeiht ein dichter Unterwuchs aus Sträuchern, jungen Trieben, Wildkräutern und großen Farnen, die stellenweise bis an den Straßenrand reichen. |
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| Die Straße windet sich in zahlreichen Kurven dahin, doch kaum ein Fahrzeug stört die Stille, wenn überhaupt eines vorbeikommt. Welch seltener Luxus, eine beinahe menschenleere Fahrbahn, die fast ausschließlich einigen wenigen abgelegenen Häusern in den bewaldeten Hängen dient. |
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| Weiter oben erreicht die Straße den kleinen Ort Riou del Prat. Der Anstieg bleibt kräftig und liegt meist zwischen 10 und 15 %, stellenweise sogar darüber. Dörfer oder Weiler sucht man hier vergeblich. Nur einige schöne Steinhäuser stehen einsam am Straßenrand, als wären sie in die Einsamkeit dieser Hügel hineingesetzt worden. |
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| Ab Riou del Prat lässt die Steigung kaum nach und überschreitet häufig die Marke von 10 %, während dichte Hecken und allgegenwärtige Laubbäume die Strecke begleiten. Seit Estaing gleicht die Strecke beinahe einem riesigen botanischen Freilichtmuseum, so zahlreich sind die verschiedenen Baumarten. Selbst einige Nadelbäume durchbrechen gelegentlich die Vorherrschaft der Laubbäume und ragen mit ihren dunklen Kronen über die Hecken hinaus. |
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| Ein Schild am Hang preist schließlich die Schönheit und Poesie dieser Landschaft, als hätte selbst der Weg das Bedürfnis, den Pilger an das zu erinnern, was seine Augen schon seit vielen Kilometern bewundern. |
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| Weiter vorn windet sich die Straße durch enge Kehren und schlängelt sich zwischen Wiesen und den wenigen Feldern hindurch, die sich noch an diesen kargen Hängen behaupten können. |
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| Bald erreicht sie mitten im Grün den kleinen Ort La Bernarderie. Ein Bauernhof aus Stein überragt unauffällig die Straße, einsam und robust, als wäre er seit Jahrhunderten fest mit dieser rauen Landschaft verwurzelt. |
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| Noch etwas höher führt die Straße wieder durch den lichten Schatten eines kleinen Waldstücks, in dessen Nähe sich eine schlichte Trockentoilette befindet. |
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| Und der Anstieg setzt sich unermüdlich fort, diesmal entlang eines kleinen Kiefernwaldes, einer ungewöhnlichen Erscheinung in einer Landschaft, die ansonsten eindeutig von Laubbäumen geprägt wird. . |
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| Dann öffnet sich die Landschaft erneut. Sie wirkt karger und weiter, als würde der Berg seinen Wald allmählich hinter sich lassen, bevor die Hochebene erreicht wird. |
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| Und immer wieder erscheinen diese Kreuze aus Metall oder Stein am Wegesrand. Zu ihren Füßen liegen die stillen Wünsche der Pilger, kleine sorgfältig aufgeschichtete Steinhaufen, zerbrechliche Zeichen der Hoffnung, der Erschöpfung oder der Dankbarkeit. |
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| Langsam näheren Sie sich nun der Hochebene. Etwas weiter oben, nahe einer ehemaligen Wasserstelle, finden sich die Botschaften nicht mehr nur auf den Kreuzen. Auch zahlreiche Tafeln zeugen vom unablässigen Vorüberziehen der Wanderer. Früher sprudelte hier eine Quelle, an der die Pilger nach dem langen Aufstieg aus dem Tal mit großer Erleichterung Rast machten. Solche Orte besaßen den Charakter eines weltlichen Heiligtums. Hier teilte man das Wasser wie eine stille Kommunion und sprach über schmerzende Beine, Blasen, Müdigkeit und die Hoffnungen des Weges. Heute fließt dort leider kein Wasser mehr. |
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| Schließlich erreicht die Straße La Sensaguerie, das erstmals beinahe wie ein richtiger Weiler wirkt. Seine Steinhäuser liegen locker entlang des Weges verstreut und durchbrechen mit ihrer schlichten Präsenz die Einsamkeit der Höhen. |
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| Hier ruht ein alter Rover, für die Ewigkeit verlassen, langsam von Rost und Wildkräutern überwuchert. Fast fragt man sich, ob es irgendwo auch einen Himmel für jene schönen englischen Automobile gibt, die am Rand ländlicher Straßen vergessen wurden. |
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| Hier erstreckt sich ein Roggenfeld, dort eine magere Weide für Schafe oder etwas saftigeres Gras für Rinder. Doch wenn der Winter kommt, wird das Leben auf diesen Höhen hart. Monatelang häuft sich der Schnee Schicht um Schicht, während kalte und heftige Winde unaufhörlich über die offene Hochebene fegen. Dann zeigen diese friedlichen Landschaften plötzlich ihr raues Gesicht. |
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| Nur noch ein letzter Kraftaufwand in dieser idyllischen Landschaft. Von hier zweigt eine kleine Straße zu einer Pilgerherberge in Fonteilles ab, die nur dreihundert Meter entfernt liegt. Die Weiler dieser Gegend bestehen oft aus kaum mehr als drei oder vier Häusern, die über sanfte, aber wenig fruchtbare Hügel verstreut sind. Die Pilger, die unter den Kreuzen des Weges vorbeiziehen, bringen den Bewohnern dieser abgelegenen Gegend eine willkommene Abwechslung. Ansonsten bleibt das Vieh ihre eigentliche Lebensgrundlage. |
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Hier begegnet man Pépé Catusse nicht mehr, jenem Mann, der die Pilger mit grenzenloser Großzügigkeit empfing und selbst ein Teil der Seele dieser Landschaft geworden war. .

| Noch eine kleine Anstrengung, dann erreichen Sie endlich den höchsten Punkt dieses langen Anstiegs. |
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| Sobald Sie die Hochebene erreicht haben, glauben Sie vielleicht, das Schwerste liege nun hinter euch. Weit gefehlt. Schon bald beginnt die Straße wieder lange bergab zu führen, vorbei an winzigen Weilern, kleinen einsamen Bauernhöfen und den unzähligen Kreuzen, die die Landschaft unermüdlich begleiten. Ringsum breitet sich ein gewaltiges Meer aus Wäldern und Unterholz aus, das erst am Horizont endet. Kein wirklicher Berg und kein Hügel erhebt sich hoch genug, um dieses endlose grüne Meer zu beherrschen. |
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Abschnitt 3: Unaufhörliches Auf und Ab im Wald

Überblick über die Schwierigkeiten der Strecke: Die Strecke wird etwas sanfter und die Höhenunterschiede etwas geringer. Euch erwartet jedoch weiterhin ein nahezu ununterbrochenes Auf und Ab ohne größere Schwierigkeiten, auch wenn einige Anstiege durchaus etwas kräftiger ausfallen.

| Die Straße führt nun in gleichmäßiger Neigung unter den Laubbäumen bergab und durchquert eine Landschaft aus Wiesen und wenigen Feldern, die hier und da zwischen den Wäldern erscheinen. |
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| Wieder steht ein Kreuz am Wegesrand, begleitet von seiner kleinen Erklärung, als wollte hier jeder Stein und jede Biegung der Straße ein Stück Erinnerung oder Glauben erzählen. |
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| Allmählich nähert sich die Straße dem kleinen Ort Le Mas. |
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| Eigentlich handelt es sich kaum um einen richtigen Weiler. Hier scheinen nur wenige Menschen zu leben. Der Ort erinnert eher an einen bedeutenden Forstbetrieb als an eine traditionelle Siedlung. Das Holz scheint hier selbst das menschliche Leben zu bestimmen. |
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| Wieder Asphalt. Immer noch Asphalt. Und das über mehr als zwei Kilometer stetigen Gefälles. Die Neigung wird allerdings sanfter und wirkt nun beinahe entgegenkommend. Die Straße gleicht einer langen grauen Schlange, die sich langsam durch das Grün des Waldes windet. Das Tal senkt sich in weiten Wellen und gräbt sich allmählich immer tiefer in die Landschaft ein. Durch wenige Lichtungen erkennt man einzelne Häuser tief unterhalb, fast verloren in der Weite der bewaldeten Hänge. Ganz unten fließt, unsichtbar und doch stets gegenwärtig, der Lot. |
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| Hier bleibt kaum etwas anderes als das Träumen auf dieser Straße, die scheinbar kein Ende nimmt. Die Schritte werden mechanisch, während die Gedanken frei mit dem gleichmäßigen Rhythmus des Abstiegs und der Stille des Waldes davongleiten. |
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| Nur selten öffnen sich Lichtungen, durch die das Sonnenlicht wirklich bis zum Boden gelangt. Meist schließt der Wald sein dichtes Blätterdach sofort wieder über der Straße. |
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| Weiter unten erreicht die Straße eine Art ungewöhnliche Kreuzung mitten im Nirgendwo. Und immer wieder erscheinen diese schönen Kreuze, die das Landschaftsbild prägen. Neben den Laubbäumen ragen nun auch einige elegante Kiefern mit ihren dunkleren Silhouetten zum Himmel empor. |
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| In dieser beinahe üppigen Vegetation zweigen gelegentlich kleine Straßen zu Sackgassen ab, die zu winzigen abgelegenen Weilern führen, welche wie vergessene Vogelnester über dem Lot an den Hängen kleben. |
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| Dann beginnt die Straße erneut deutlicher bergab zu führen und beschreibt dabei stellenweise lange, geschwungene Kurven im Relief. |
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| Manchmal ragen große Granitblöcke aus den Böschungen hervor, als wären sie seit unvorstellbar langer Zeit dort liegen geblieben. |
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| Seit der Hochebene habt ihr bereits mehr als hundert Höhenmeter verloren. Für viele Pilger scheint dieser Abstieg kaum enden zu wollen. Der Asphalt macht die Sache nicht leichter. Er belastet die Beine, verhärtet den Schritt und ermüdet den Körper langsam, aber unaufhaltsam. Umso wichtiger ist es, den Augenblick nicht zu verpassen, an dem der Weg endlich die Straße verlässt und wieder in den Wald hinaufführt. Wer geradeaus weiterginge, würde bis zum Talgrund und zu den weit unterhalb fließenden Wassern des Lot gelangen. |
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| Wer könnte die Freude beschreiben, endlich wieder einen echten Weg unter den Bäumen zu betreten? Nach all dem Asphalt fühlt sich die weiche Erde unter den Füßen beinahe wie ein Luxus an. Nun beginnt eine Art Spurensuche durch den Wald, begleitet von einem sanften, aber ständigen Auf und Ab. Die Landschaft wird angenehm hügelig. Mal öffnet sie sich zu leuchtend grünen Lichtungen, dann schließt sie sich wieder in der stillen Geborgenheit des Waldes. |
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| Der Weg steigt und fällt ohne Unterlass. Er gewinnt etwas an Höhe und verliert sie kurz darauf wieder, wobei einige recht steile Passagen den Pilger daran erinnern, dass das Tal noch längst nicht alle seine Überraschungen preisgegeben hat. |
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| Die Kastanienbäume entfalten sich hier mit beeindruckender Pracht und breiten ihre mächtigen Äste weit über den Weg aus. Kräftige Eichen und hoch aufragende Buchen wetteifern um das Licht, als führten sie einen stillen Wettbewerb um die größte Höhe. |
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| Auf der braunen Erde des Weges treten immer wieder größere Steine unter den Schuhen hervor. Hier durchquert auch ein kleiner Bach unauffällig den Wald und bringt etwas Frische in diese tiefe, stille Landschaft. |
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| Andernorts säumen niedrige, moosbedeckte Steinmauern den Weg, der sich zwischen Wurzeln unter dem Blätterdach hindurchwindet. Diese Abschnitte erinnern bereits an jene Wege, die euch später auf den Causses erwarten. Alte, raue Pfade, beinahe außerhalb der Zeit, auf denen Stein, Moos, Baum und Erde seit jeher miteinander zu leben scheinen. |
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| Un peu plus loin, le chemin rejoint une clairière. La traversée de ces horizons sauvages laisse alors une profonde impression de solitude, comme si le pèlerin avançait dans un monde à l’écart du temps et des hommesEtwas weiter erreicht der Weg eine Lichtung. Die Durchquerung dieser wilden Landschaft vermittelt ein tiefes Gefühl der Einsamkeit, als bewege sich der Pilger in einer Welt fern von Zeit und Menschen. |
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| Nur selten erscheint in der Ferne die harmonische Silhouette eines Bauernhofes oder eine Herde von Aubrac-Rindern, die friedlich nahe den Hecken weidet und mit ihren hellbraunen Flecken für einen Augenblick Leben in das grüne Meer der Hügel bringt. |
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| Dann kehrt der Weg wieder in den Wald zurück, seinem bevorzugten Begleiter dieses Tages, als könne er sich einfach nicht von den Schatten der Bäume trennen. |
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| Hier haben die Buchen die Herrschaft übernommen. Dicht an dicht stehen sie fast wie Soldaten in einer Parade auf hellem Boden, der stellenweise an Sand erinnert. Der Blick wandert unablässig zwischen zwei Welten hin und her. Da ist das scheinbar ungeordnete Leben des Unterholzes und darüber die majestätische Ordnung der Baumkronen. In jedem Wald existieren eigentlich zwei Wälder übereinander. Der obere ist edel und lichtdurchflutet, das Reich der Blätter, der Farben und des Lebens. Darunter liegt der stille, dunkle Wald aus verrottenden Ästen, tiefem Humus, Moosen und Gestrüpp, in dem sich das Licht verliert. |
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| Stellenweise liegen große Steine und knorrige Wurzeln auf dem Weg. Meist jedoch bedeckt weicher, tiefer Humus den Boden, eine sanfte Erde, auf der der Fuß mit beinahe wohltuender Leichtigkeit aufsetzt. So führt der Weg durch einen herrlichen Wald, mehr unter den mächtigen Bäumen als zwischen Sträuchern, geschützt von dem hohen grünen Gewölbe. |
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| Noch höher durchquert der Weg schließlich einen eindrucksvollen Buchenwald, dessen riesige Bäume scheinbar bis in den Himmel reichen. |
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| Nur wenige kleine Lichtungen unterbrechen gelegentlich die Geschlossenheit des Waldes. Ein einziger Baumstumpf oder ein umgestürzter Stamm genügt, damit Pilger dort kleine Steinmännchen errichten oder einige Steine als Zeichen ihres Vorübergehens aufschichten. Doch schon kurz darauf führt der Weg unermüdlich wieder zurück in den Wald. |
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Abschnitt 4: Golinhac, wo das ständige Auf und Ab endet

Überblick über die Schwierigkeiten der Strecke: Noch immer folgt ein ununterbrochenes Auf und Ab, mit einigen etwas kräftigeren Anstiegen.

| Weiter oben, wo die Steigung jedoch mäßig bleibt, führt der Weg dicht an großen Granitblöcken vorbei, die verstreut im Wald liegen. Anders als so oft handelt es sich hier jedoch nicht um Findlinge, die während der letzten Eiszeiten von Gletschern zurückgelassen wurden. Diese Steine erzählen eine unendlich viel ältere Geschichte. Vor mehr als dreihundert Millionen Jahren stieg der tief im Erdinneren liegende Granit langsam durch die oberflächlichen Kalk- und Schieferschichten empor. Später legten Zeit, Regen und Erosion diese gewaltigen Gesteinsmassen nach und nach frei, sodass heute hier und da diese eindrucksvollen Blöcke mit ihren mächtigen und stillen Formen sichtbar werden. |
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| Zur großen Freude des Wanderers verlässt der Weg für einen Augenblick die Laubwälder und führt durch einige Fichten, die ebenso majestätisch und feierlich wirken wie spanische Granden. Wurden sie hier von Menschenhand gepflanzt? Vielleicht. Doch die Natur vermittelt am Ende immer den Eindruck, als hätte sie allein über das Landschaftsbild entschieden. |
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| Allmählich spürt man jedoch, dass sich die Landschaft verändert, als zögere der Weg plötzlich, sich dem Himmel und dem Licht weiter zu öffnen. |
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| Bis hierher war in dieser wilden und einsamen Natur kaum jemand zu sehen. Nun öffnet sich plötzlich eine weite Lichtung. Von hier reicht der Blick beinahe bis hinunter zum Talgrund, wo sich der Lot durch die Landschaft windet. Auf der kurzrasigen Weide grasen ruhig einige Aubrac-Rinder, friedliche Silhouetten in der Weite der Landschaft. Man ahnt, dass ein Dorf nicht mehr weit entfernt sein kann. |
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| Tatsächlich liegt ganz in der Nähe ein kleiner Weiler, am Ende eines etwas breiteren Erdweges, der fest genug ist, um Traktoren und landwirtschaftliche Fahrzeuge passieren zu lassen. |
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| IHier erstrecken sich herrliche Alleen aus majestätischen Eichen und zerzausten Kastanienbäumen, die den Weg wie stille Wächter säumen. |
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| Am Ende des Weges erscheint schließlich Massip am Rand des Waldes. |
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| Der Weiler liegt leicht unterhalb des Weges. Auch hier scheint das Holz im Mittelpunkt des örtlichen Lebens zu stehen. Zudem kann man in einem herrlichen Steinhaus direkt am Weg Unterkunft finden, dessen dicke Mauern seit Langem die Stille des umliegenden Waldes in sich aufgenommen zu haben scheinen. |
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| Von Massip führen einfache Stufen den Pilger wieder unter das Gewölbe des Waldes. Kaum hat man den Weiler verlassen, taucht der Weg erneut in den Schatten der Bäume ein, als würde er wieder von der Stille des Unterholzes verschlungen. |
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Das örtliche Empfangskomitee hat hier eine Informationstafel aufgestellt, die den Ursprung dieser erstaunlichen, über die Landschaft verstreuten Granitblöcke erklärt, als hätte der Berg selbst die Spuren seiner geologischen Vergangenheit unter freiem Himmel ausstellen wollen.

| Ein kleiner, wunderbar romantischer Pfad beginnt nun, sich zwischen Ginster, Moos und Steinen hindurchzuwinden. Die Strecke führt durch eine Art geologisches Freilichtmuseum, in dem gewaltige Granitblöcke mit stiller Majestät zwischen Wurzeln und Farnen aus dem Waldboden hervortreten. |
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| Doch wie so oft auf der Strecke folgt auf das Paradies plötzlich die Prüfung. Der Pfad erreicht eine kleine Straße und stürzt förmlich durch den dunklen Wald hinab. Das Wort ist keineswegs übertrieben, denn für einen kurzen Augenblick wird das Gefälle brutal und beinahe aggressiv für die bereits müden Beine und Gelenke des Pilgers. |
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| Am Ende dieses Abstiegs erreicht die Strecke erneut eine kleine Straße. In diesen Hügeln weiß man nie genau, wohin diese schmalen Fahrbahnen führen, denn häufig handelt es sich lediglich um Sackgassen, die einige einsame, im Wald verlorene Häuser erschließen. |
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| Glücklicherweise verlässt der GR65 den Asphalt sehr rasch wieder und beginnt erneut durch einen beinahe verwunschenen Wald zu schlendern, entlang alter Steinmauern, die von Moos und Pflanzen überwuchert sind. |
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| Die hochgewachsenen Buchen, die üppigen Kastanienbäume und die majestätischen Traubeneichen scheinen sich hier entlang der Steinmauern, zwischen Farnen und dichten Moospolstern, schweigend zu antworten. Alles strahlt eine alte, beinahe zeitlose Harmonie aus. In einem solchen Wald könnte man ganze Tage umherwandern, ohne jemals den Wunsch zu verspüren, ihn zu verlassen. |
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| Selbst der kleine Esel, der reglos am Hang steht, scheint den vorbeiziehenden Pilgern mit einem Anflug von Neid nachzublicken, als sehne auch er sich nach jener seltsamen Freiheit des Wanderers, der immer weiter voranschreitet. |
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| Dann werden die Lichtungen häufiger. Die Landschaft öffnet sich allmählich, und auf den Wiesen am Wegesrand erscheint wieder das Vieh. |
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| Der Weg erreicht nun die ersten Häuser von Golinhac. Als wolle er sich plötzlich für seine Steine, Steigungen und Unebenheiten entschuldigen, nimmt er nun das friedliche Erscheinungsbild eines angenehmen Verbindungsweges an. |
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Und wer könnte ohne innere Bewegung an diesem alten Granitkreuz vorbeigehen, dessen genaues Alter niemand mehr kennt und das zur Freude der Pilger auf diesen herrlichen, moosbedeckten Steinmauern steht? Diese alten Mauern zählen in vielen Regionen Frankreichs zu den größten Schönheiten der Wege nach Santiago de Compostela. Sie verleihen der Landschaft eine Seele aus Geduld, Stille und Ewigkeit.

| Kurz vor dem Dorf stehen prächtige ländliche Häuser, die mit ihren Mauern aus grauem Bruchstein und ihren schweren Schieferdächern wie für die Ewigkeit gebaut scheinen. Diese Häuser wirken, als gehörten sie seit jeher zur Landschaft und seien aus dem Stein der Hügel selbst hervorgegangen. |
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| Der GR65 erreicht Golinhac nun ohne weitere Höhenunterschiede. Das Dorf ist der erste wirkliche Ort seit Estaing und zählt noch beinahe vierhundert Einwohner. Am Dorfeingang steht ein bemerkenswertes Steinkreuz aus dem 15. Jahrhundert, das „Croix dels Romieus“, also „Kreuz der Pilger“, genannt wird. Darauf erkennt man eine Jungfrau Maria zu Füßen Christi sowie einen in der Mitte dargestellten Pilger, der in der einen Hand einen kleinen Hut und in der anderen eine große Glocke hält. Das heute im Freien sichtbare Kreuz ist eine Kopie, während das Original sorgfältig in der Dorfkirche aufbewahrt wird. |
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| Eine Marienfigur wacht über Golinhac. Die dem heiligen Martin geweihte Kirche besitzt sehr alte Ursprünge, denn sie wurde bereits vor dem Jahr 1000 errichtet, auch wenn sie im Laufe der Jahrhunderte stark verändert und mehrfach umgestaltet wurde. |
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| Das in der Kirche aufbewahrte „Kreuz der Romieux“ ist tatsächlich von großer Schönheit. Nicht weit davon entfernt steht auf einer Terrasse über dem Tal des Lot und den umliegenden Hügeln ein weiteres Kreuz, diesmal aus Eisen, wie ein letztes Zeichen vor der Weite der Landschaft. |
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| Im Dorf stehen religiöse und weltliche Symbole mit erstaunlicher Selbstverständlichkeit nebeneinander, als gehöre das Heilige hier ganz natürlich zum Alltag. |
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| Etwas oberhalb des Dorfes bietet der „Puech de Regault“ einen bemerkenswerten Rundblick über das Tal von Entraygues, die Monts d’Aubrac und bis hin zu den Landschaften der Auvergne. Dieser Aussichtspunkt, der den Beinamen „Hügel des Blickes“ trägt, ermöglicht es bei vollkommen klarem Wetter sogar, in der Ferne die vulkanische Silhouette des Plomb du Cantal zu erkennen. Allerdings muss man das Glück haben, am richtigen Tag hier zu sein, wenn der Horizont bereit ist, sich endlich zu enthüllen. |
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Unterkünfte auf der Via Podiensis
- Lo Soulenquo, Fonteilles (GR65); 06 10 97 08 71; Gîte und Pension, Abendessen, Frühstück
- L’Orée du Chemin, Stephan Dissac, Massip (GR65); 05 65 48 61 10/06 76 00 10 71; Gîte, Abendessen, Frühstück
- Gîte La Chèvre sous le toit, Falguières/Golinhac (GR65); 06 85 81 97 45; Gîte, Frühstück, Küche
- Pôle touristique Bellevue***, Golinhac (GR65); 06 89 55 46 32; Gîte und Pension, Abendessen, Frühstück
- Gîte Saint Martin, Claude Brossier, Golinhac (GR65); 06 33 84 64 33; Gîte, Abendessen, Frühstück
- Gîte Au Lilas Zen, Ingrid et Jean, Golinhac (GR65); 07 75 79 45 50; Gîte, Küche
- Chambres d’hôtes Les Rochers, Régine Bolis, Golinhac (GR65); 05 65 48 18 85/06 81 86 44 05; Pension, Frühstück
- Chambres d’hôtes Chez Michel et Monique, Golinhac (GR65); 07 86 37 39 05; Pension, Frühstück
- Auberge Horizon, Manon et Gaël, Golinhac (GR65); 05 65 51 63 68; Hotel, Abendessen, Frühstück
- Gîte du Barthas, Mr et Mme Albesby, Campuac (GR6); 05 65 51 59 38/06 84 80 47 67; Gîte, Abendessen, Frühstück
- Gîte-Restaurant du GRC, Le Barthas, Campuac (GR6); 06 21 90 88 05; Gîte, Abendessen, Frühstück
- Gîte-Chambre d’hôte L’Arche d’Yann, Campuac (GR6); 06 37 75 38 80; Gîte und Pension, Abendessen, Frühstück
- Gîte La Chevêche, Larrigue, Campuac (GR6); 07 81 40 47 34/05 65 48 87 76; Gîte, Abendessen, Frühstück
- La Ferme de Bessoles, Joëlle Soulié, Bessoles (GR6); 05 65 66 18 86/06 65 50 10 31; Pension, Abendessen, Frühstück
Jahr für Jahr verändert sich der Jakobsweg und erfindet sich mit den Jahreszeiten und den Schritten der Pilger immer wieder neu. Manche Unterkünfte schließen ihre Türen, während andere, bescheiden oder unerwartet, neu entstehen. Es wäre daher unrealistisch, den Anspruch auf eine vollständige und unveränderliche Liste zu erheben. Dieses Verzeichnis umfasst ausschließlich Unterkünfte, die sich direkt an der Strecke oder höchstens einen Kilometer davon entfernt befinden. Die Auswahl wurde 2026 aktualisiert und dürfte sich in den kommenden Jahren nur geringfügig verändern. Wer umfassendere Informationen sucht, kommt an einem Werk nicht vorbei: Miam Miam Dodo, das problemlos online erhältlich ist. Seine größte Stärke liegt in der jährlichen Aktualisierung. Es verzeichnet nicht nur Unterkünfte unmittelbar an der Strecke, sondern auch Häuser, die etwas abseits liegen. Gerade bei starkem Pilgeraufkommen kann dies von großem Wert sein, wenn die Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit schwieriger wird. Darüber hinaus bietet das Werk zahlreiche praktische Hinweise, von einladenden Cafés und Restaurants bis hin zu Bäckereien, die unterwegs eine willkommene Rast ermöglichen. Neben diesen klassischen Informationsquellen ist heute auch Airbnb nicht mehr wegzudenken. Die Plattform hat sich selbst in abgelegenen und dünn besiedelten Regionen zu einer wichtigen Adresse für Reisende entwickelt. Da die genauen Standorte der Unterkünfte jedoch nicht unmittelbar angezeigt werden, ist eine gewisse Vorausplanung erforderlich. Auf dem Jakobsweg hängt die Suche nach einem freien Bett in letzter Minute manchmal vom Zufall ab. Doch auf den Zufall sollte man sich nicht verlassen. Eine rechtzeitige Reservierung ist deshalb dringend zu empfehlen. Erkundigen Sie sich bei der Buchung außerdem, ob Abendessen und Frühstück angeboten werden. Diese scheinbar kleinen Details können die Mühen einer Tagesetappe erheblich erleichtern.
Wenn man die Übernachtungskapazitäten betrachtet, stehen vor Golinhac lediglich rund 35 Betten zur Verfügung, hinzu kommen weitere 83 Betten in Golinhac selbst. Da auf der Via Podiensis während der Saison in der Regel zwischen 100 und 200 Pilger unterwegs sind, kann diese Etappe ohne rechtzeitige Reservierung erhebliche Schwierigkeiten bei der Unterkunftssuche bereiten. Zwar entscheiden sich viele Pilger dafür, nicht in Golinhac zu übernachten, sondern dem GR6 zu folgen. In Campuac, das an dieser Variante liegt, stehen ebenfalls rund 85 Betten zur Verfügung. Die Mehrheit der Pilger bleibt jedoch auf dem GR65. Deshalb empfiehlt es sich dringend, die Unterkunft frühzeitig zu reservieren. Andernfalls bleibt unter Umständen nichts anderes übrig, als bis Espeyrac weiterzugehen, um dort eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden.
Diese Strecken führen durch oftmals dünn besiedelte Gegenden und bieten nur wenige Versorgungsmöglichkeiten. Restaurants sind selten, ebenso Lebensmittelgeschäfte, die häufig lediglich kleine Brotausgabestellen mit einer bescheidenen Auswahl an Gemüse und Milchprodukten sind. Auf dieser Etappe gibt es vor Golinhac überhaupt keine Versorgungsmöglichkeiten. Lediglich kurz vor La Sensaguerie befinden sich eine Wasserstelle und eine Trockentoilette. Schließlich bieten zahlreiche Unternehmen einen Gepäcktransport oder einen Rücktransfer zum Ausgangspunkt an. Unter ihnen gilt La Malle Postale als die wichtigste und bekannteste Referenz für Pilger.
Zögern Sie nicht, Kommentare hinzuzufügen. Oft ist dies der Weg, um in der Google-Hierarchie aufzusteigen, sodass mehr Pilger Zugang zur Website erhalten.
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Nächste Etappe : Etappe 12: Von Golinhac nach Conques |
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